Hintergrund: Fünf Fälle "unrechtmäßiger Tötungen"

5. Juli 2006, 16:30
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Nach Militärrecht droht die Todesstrafe

Washington - Mehrere US-Soldaten werden beschuldigt, Zivilisten oder Häftlinge im Irak getötet zu haben. Zwölf sind wegen Mordes angeklagt. Ihnen droht nach US-Militärrecht die Todesstrafe. Im Folgenden Einzelheiten zu fünf Fällen, in denen Soldaten "unrechtmäßger Tötungen" vorgeworfen werden:

  • Hamdania

    Sieben Marineinfanteristen und ein Sanitäter der Marine sind wegen Mordes und weiterer Verbrechen angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, einen 52-jährigen behinderten Iraker durch einen Schuss ins Gesicht getötet zu haben. Dann sollen sie ein Gewehr und eine Schaufel neben die Leiche gelegt haben, um den Eindruck erwecken, er habe eine Bombe an der Straße vergraben wollen. Der Zwischenfall hatte sich am 26. April in der Stadt Hamdania ereignet. Verteidiger der Angeklagten erklärten, ihre Mandanten seien unschuldig. Den Ermittlern werfen sie vor, unangemessene Verhörmethoden angewandt zu haben, um belastende Aussagen zu bekommen.

  • Thar-Thar-See

    Vier US-Soldaten sind wegen Mordes angeklagt, weil sie am 9. Mai drei Gefangene getötet haben sollen. Außerdem sollen sie einem Kameraden mit dem Tod gedroht haben, wenn er die Wahrheit über den Zwischenfall erzähle. Die Tat hat sich der Anklage zufolge bei einer Militäraktion gegen ein vermutetes Ausbildungslager irakischer Rebellen am Thar-Thar-See bei Tikrit ereignet.

  • Haditha

    US-Marineinfanteristen werden beschuldigt, am 19. November 24 unbewaffnete Iraker in der Stadt Haditha getötet zu haben. Die Ermittlungen können zu Mordanklagen führen. Untersuchungen wegen des Verdachts auf Falschaussagen in diesem Fall wurden nach Militärangaben bereits abgeschlossen.

  • Ramadi

    Einem US-Soldaten wird vorsätzlicher Totschlag in der Stadt Ramadi vorgeworfen. Er soll dort am 15. Februar einen unbewaffneten Mann erschossen und gemeinsam mit Kameraden versucht haben, die Tat zu vertuschen. Die Vorwürfe lauten auf Behinderung der Justiz sowie Verschwörung. Im Fall von Ramadi stehen insgesamt drei Soldaten im Fokus der Ermittlungen.

  • Mahmudiya

    Die US-Armee hat Ermittlungen gegen Soldaten eingeleitet, die in Mahmudiya südlich der Hauptstadt Bagdad am 12. März vier irakische Zivilisten getötet haben sollen. Die Opfer gehörten einer Familie an und starben in ihrem Haus. (APA/Reuters)

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