Wien steigt auf Energiebremse

9. Juli 2006, 18:55
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Der erwartete Zuwachs soll bis 2015 deutlich reduziert werden - Die Stadt will auch bei der öffentlichen Beleuchtung sparen

Wien – Die Stadt ist ein gewaltiger Energiefresser: Allein von 1993 bis 2003 ist der Energieverbrauch von Wien um 24 Prozent auf 37.511 Gigawattstunden gestiegen. Steigt niemand auf die Energiebremse, würde der Verbrauch bis 2015 noch einmal um zwölf Prozent hinauf klettern – auf 42.000 Gigawattstunden pro Jahr.

Vizebürgermeister Sepp Rieder (SP) präsentierte daher in trauter Gemeinsamkeit mit den drei anderen Rathaus-Parteien ein Energiesparprogramm, das eigentlich ein Effizienzprogramm ist – da es „nur“ den Zuwachs bremsen soll. Das Ziel: Der Energiezuwachs soll bis 2015 lediglich um sieben Prozent auf 40.136 Gigawattstunden ansteigen.

Die Stadt Wien will im eigenen Wirkungsbereich 15 Gigawattstunden einsparen – etwa bei der öffentlichen Beleuchtung. Dabei gehe es um den Einsatz sparsamerer Lampen, betonte Rieder. Das größte Sparpotenzial haben die privaten Haushalte: Hier könnte der Gesamtverbrauch um sechs Prozent reduziert werden. Durch Verbesserungen bei Neubau und Sanierung und effizientere Heizanlagen. Hier könnten jährlich 88 Gigawattstunden eingespart werden. Zweiter Sparkandidat sind private Dienstleister. Und bei Industrie und produzierendem Gewerbe könnte der erwartete Rückgang des Energieverbrauchs bis 2015 von sechs auf zwölf Prozent gesteigert werden. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 01./02.07.2006)

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