ETA-Mitglieder wegen Mordes an Gemeinderat verurteilt

18. Juli 2006, 14:37
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Miguel Angel Blanco war 1997 entführt und getötet worden

Madrid - Der spanische Nationale Gerichtshof hat zwei Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA für den Mord an dem Kommunalpolitiker Miguel Angel Blanco zu jeweils 50 Jahren Haft verurteilt. Die Richter verhängten die Strafe am Freitag und damit einen Tag, nachdem die spanische Regierung Friedensgespräche mit der ETA angekündigt hat. Die Entführung des Gemeinderats der konservativen Volkspartei (PP) 1997 hatte zu Massendemonstrationen gegen die Separatistenorganisation geführt.

Das Gericht befand Francisco Javier Garcia Gaztelu alias "Txapote" und seine Freundin Irantzu Gallastegui alias "Amaya" unter anderem der Verschleppung Blancos für schuldig. Die ETA stellte Spanien damals ein Ultimatum zur Verlegung aller ihrer Häftlinge in baskische Gefängnisse. Als die Frist auslief, wurde die Geisel mit zwei Schüssen in den Kopf getötet.

Während des Prozesses hatten die Angeklagten ausgesagt, die ETA werde ihren Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich fortführen. Im März erklärte die Gruppe jedoch einen Waffenstillstand. In dem Konflikt sind in den vergangenen 38 Jahren mehr als 850 Menschen ums Leben gekommen.

Unterdessen kündigte einer der wichtigsten Ermittlungsrichter bei der Strafverfolgung der ETA seine Rückkehr ins Amt an: Baltasar Garzon, der sich international vor allem durch sein Verfahren gegen den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet einen Namen gemacht hat. Er will seine 15-monatige Auszeit unterbrechen und den Anführern der ETA-nahen Partei Batasuna den Prozess machen. Garzon forscht zurzeit an der New York University über den internationalen Terrorismus. (APA/Reuters)

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