US-Wahlmaschinen manipulierbar

9. Juli 2006, 16:58
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Studie weist auf 120 Sicherheitslücken hin - PDAs mit WLAN stellen Bedrohung dar

Die derzeit bei US-Wahlen eingesetzten elektronischen Wahlmaschinen weisen zahlreiche Manipulationsmöglichkeiten auf. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der School of Law an der New York University Eine Expertengruppe untersuchte die drei am häufigsten verwendeten Wahlmaschinentypen und konnte dabei rund 120 Sicherheitslücken ausmachen, die für Wahl- und Systemmanipulationen missbraucht werden können. Besonders gefährlich sind dabei den Experten zufolge Wahlmaschinen, die mit Drahtlostechnologie ausgestattet sind.

"Expertenkommission legt den Behörden nahe auf jegliche Drahtloskomponenten in Wahlmaschinen zu verzichten"

"In Wirklichkeit können derartige Maschinen mit Drahtloszugang in ihrem Jetztzustand von jedem beliebigen Menschen torpediert werden, der das entsprechende Softwarewissen aufweist und im Besitz eines Gerätes mit Drahtlosfunktionen wie zum Beispiel einem PDA ist", erklären die Autoren der Studie. Die Expertenkommission legt den Behörden in den verschieden Bundesstaaten folglich dringend nahe, auf jegliche Drahtloskomponenten in Wahlmaschinen zu verzichten. Derzeit ist dies nur in den Staaten New York, Minnesota und teilweise in Kalifornien der Fall.

drei verschiedene Arten von elektronischen Wahlsystemen

Derzeit greifen US-Behörden auf drei verschiedene Arten von elektronischen Wahlsystemen zurück. Einerseits kommen Direktwahlcomputer zum Einsatz, bei der die Abstimmung rein elektronisch und ohne zusätzlichen Papierausdruck erfolgt. Eine weitere Variante sieht die gleiche Vorgehensweise wie in erstem Fall vor, mit dem Unterschied, dass Wähler den eigenen Abstimmungsvorgang mittels Papierausdruck überprüfen können. Variante drei stellen Scanmaschinen dar, die entsprechende Stimmzettel optisch einscannen.

Zuverlässigen Kontrollsystems

Laut Studie sind aber alle drei verwendeten Maschinentypen ähnlich anfällig für etwaige Software-Attacken, die über eingeschleuste Programme ausgeführt werden können. Neben der angesprochenen Verbannung von Drahtlostechnologien aus den Systemen fordern die Studienautoren folglich den Aufbau eines zuverlässigen Kontrollsystems und die massive Ausweitung von Stichproben, um etwaige Angriffe und Manipulationsversuche rasch aufzudecken und verhindern zu können. Die Studie gilt als erste systematisch durchgeführte Analyse elektronischer Wahlsysteme in den USA und kann hier abgerufen werden. (pte)

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