Europa: FED-Zinsentscheidung und M&A-News im Fokus

4. Juli 2006, 11:15
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Nach einem schwachem Wochenbeginn der europäischen Märkte, der von dünnen Umsätzen gekennzeichnet war, konnten die Indizes am Donnerstag vor der amerikanischen FED-Zinsentscheidung deutlich zulegen. Grund war die positiven Erwartungshaltung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen.

Die verhaltenen Umsätze an den Börsen waren aber auch darauf zurückzuführen, dass in dieser Woche die Unternehmensmeldungen nicht allzu zahlreich ausfielen. Im Blickpunkt stand abermals die M&A-Tätigkeit. Eine mögliche Entscheidung über die Fusion mit Mittal wird Freitags bei der Arcelor Hauptversammlung erwartet. Der Vorstand schwenkte nach langen Verhandlungen und vorheriger Ablehnung doch dazu über, die Annahme des Angebotes von Mittal Steel zu empfehlen. Mittal würde Arcelor für ca. EUR 32 Mrd. erwerben. Die russische Severstal kündigte an, in diesem Falle eine Entschädigung für die nun nicht stattfindende Fusion von Arcelor zu fordern.

Die französische Regierung hat nun ein Gesetz verabschiedet, das die Privatisierung von Gaz de France ermöglicht, um so wie von der Politik gefordert, mit Suez fusionieren zu können. Ziel ist es, auf lange Frist durch den Zusammenschluss im Versorgungsbereich unabhängig zu sein und ausländische Einflussnahme zu vermeiden. Zu Problemen könnte es bei der geplanten Fusion der Infrastrukturkonzerne Abertis und Autostrade kommen. Da Autostrade ein wichtiges Unternehmen in Italien darstellt, wird befürchtet dass es zu protektionistischen Hürden von Seiten der italienischen Regierung kommen kann – offene Debatten darüber gab es zuletzt.

Daimler-Chrysler hat angekündigt, den Kleinwagen Smart nun auch in den USA einführen zu wollen. Ab 2008 soll das Modell den amerikanischen Markt erobern. Nachrichten gab es weiters von Morphosys. Das Unternehmen gab die Erweiterung der bestehenden Kooperation mit Novartis bekannt – aufgrund der guten Aussichten stieg die Aktie um ca. 10%.

Am Börsenumfeld hat sich zuletzt wenig geändert, die Fundamentaldaten präsentieren sich in Europa anhaltend positiv. Generell ist jedoch mit weiterhin hoher Volatilität sowie überproportionalen Reaktionen auf die Vorgaben der amerikanischen Leitbörsen zu rechnen.

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