Haniyeh mahnt Palästinenser zu Geduld

3. Juli 2006, 10:07
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Palästinensischer Premier: Keine Zugeständnisse an Israel

Gaza - Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Haniyeh hat seine Landsleute angesichts des israelischen Großangriffs zu Geduld gemahnt. Die gegenwärtige Offensive habe das Ziel, die von der Hamas geführte Regierung zu stürzen, erklärte Haniyeh nach dem Freitagsgebet in einer Moschee von Gaza. Die israelische Luftwaffe hat ihre Angriffe im Gaza-Streifen intensiviert, die Bodentruppen blieben aber zunächst in ihren Stellungen an der Grenze. Ungeachtet der Entführung von acht Ministern und zahlreicher Parlamentsmitglieder durch Israel werde die Regierung standhaft bleiben und sich nicht von ihren Positionen abbringen lassen, sagte Haniyeh.

Er arbeite hart daran, die Krise mit Israel zu beenden, versicherte der Premier; "wir setzen unsere Bemühungen und die Kommunikation mit den Ägyptern, mit Präsident Mahmoud Abbas und anderen Parteien fort". Haniyeh warf Israel zugleich vor, das Ergebnis des nationalen Dialogs der Palästinenser untergraben zu wollen. Die Israelis benützten die Entführung eines ihrer Soldaten in den Gaza-Streifen als Vorwand, um einen Plan umzusetzen, "der die Palästinenser in die Knie zwingen, brechen und erniedrigen soll", sagte der Regierungschef weiter. Israel führe einen "offenen Krieg", nachdem es mit seinen "Erpressungen keinen Erfolg" gehabt habe. Die palästinensische Regierung werde trotz der israelischen Offensive nicht "fallen". Die Israelis könnten "Anführer ermorden und Minister und Abgeordnete festnehmen, aber unsere Fahne wird nicht sinken", betonte Haniyeh. Er fügte hinzu: "Wir werden keine Zugeständnisse machen." (APA/AP/Reuters)

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