Arcelor schließt Dreier-Ehe mit Mittal und Severstal nicht aus

26. Juli 2006, 19:43
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Ein solches Vorhaben wäre "absolut realisierbar", berge aber bei gleichzeitigem Vollzug "bedeutende Risiken bei der Umsetzung"

Luxemburg - Ungeachtet der Einigung mit Mittal Steel schließt der europäische Stahlkonzern Arcelor eine Dreier-Firmenehe mit dem russischen Konkurrenten Severstal nicht aus. Ein solches Vorhaben wäre "absolut realisierbar", berge aber bei gleichzeitigem Vollzug "bedeutende Risiken bei der Umsetzung", sagte Arcelor-Verwaltungsratschef Joseph Kinsch am Freitag auf einer außerordentlichen Arcelor-Hauptversammlung in Luxemburg. Kinsch betonte, die von der Arcelor-Spitze Ende Mai vorgeschlagene Fusion mit der russischen Severstal sei "das beste Projekt" für die Gruppe gewesen; die Finanzmärkte hätten darauf aber "schlecht reagiert".

Die Arcelor-Spitze hatte diesen Fusionsplan, mit dem eine als feindlich eingestufte Übernahme durch Mittal Steel verhindert werden sollte, vier Wochen lang betrieben. Am Sonntagabend gab das Arcelor-Management seinen Widerstand gegen Mittal schließlich auf, ließ den Severstal-Einstieg fallen und stimmte einer nachgebesserten Offerte des indischen Milliardärs Lakshmi Mittal zu. Bei der Hauptversammlung in Luxemburg sollten die Arcelor-Aktionäre laut Tagesordnung förmlich über den Plan zur Fusion mit Severstal entscheiden; die Fusion mit Mittal sollte lediglich diskutiert werden. Nach Angaben von Kinsch waren 60,4 Prozent des Arcelor-Kapitals bei dem Treffen vertreten.

Das Mittal-Angebot an die Arcelor-Aktionäre soll nach Angaben von Kinsch nun bis zum 12. Juli laufen und damit eine Woche länger als zunächst geplant. (APA/AFP)

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