Ozonloch über der Antarktis klafft zwei Drittel des Jahrhunderts weiter

2. Juli 2006, 13:00
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Neuesten Berechnungen zufolge hat sich die Ozonschicht frühestens im Jahr 2068 erholt

Washington/New York - Das Ozonloch über der Antarktis wird nach Berechnungen von US-Forschern fast 20 Jahre länger bestehen als bisher angenommen. Danach wird sich die Ozonschicht über dem Südpol der Erde frühestens im Jahr 2068 erholt haben und nicht schon um 2050, wie bisher angenommen.

Das geht aus einem Artikel in den "Geophysical Research Letters" vom Freitag hervor, einem Fachjournal der Amerikanischen Geophysischen Union (AGU). Die Ozonschicht schützt die Lebewesen auf der Erde vor gefährlichen UV-Strahlen der Sonne.

Neues Modell

Das Ergebnis stützt sich auf ein neues mathematisches Modell, das Daten der Weltraumbehörde NASA, der Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung (NOAA) und des US-Nationalen Zentrums für Atmosphärenforschung (NCAR) auswertete. Dieses Modell hatte die Entstehung und Ausbreitung des Ozonloches in den vergangenen 27 Jahren akkurat nachvollzogen. Jetzt legten die US-Forscher das neue Modell auch zur Vorhersage von Treibhausgasen wie Chlor und Brom zu Grunde, die die Ozonschicht in der Stratosphäre angreifen.

Nach dem Protokoll von Montreal (1987) und seinen Ergänzungen aus den Jahren 1990 und 1992 dürfen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die unter anderem Brom und Chlor in die Atmosphäre abgeben, nicht mehr produziert werden. Allerdings dürften nach den Berechnungen der Forscher noch Jahre vergehen, bevor das FCKW in der Atmosphäre komplett abgebaut und damit die Ozonschicht nicht mehr gefährdet ist. (APA/dpa)

Abstract

Geophysical Research Letters: When will the Antarctic ozone hole recover?
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Computergeneriertes Bild des Ozonlochs im September 2001

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