Frankreich besteuert Flugtickets

21. Juli 2006, 14:37
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Flugreisende, die in Frankreich starten, müssen ab morgen eine Solidaritätsabgabe für Entwicklungshilfe von bis zu 40 Euro zahlen

Paris - Als einziges europäisches Land führt Frankreich am 1. Juli eine Steuer auf Flugtickets ein, um damit die Bekämpfung von Seuchen wie Aids und Malaria in der Dritten Welt zu finanzieren. Gabun wollte sich dem Schritt anschließen. 14 andere Staaten von Brasilien über Großbritannien bis Kambodscha haben bisher prinzipiell dem Schritt zugestimmt. Deutschland prüft die Initiative.

Wer in Frankreich in ein Flugzeug steigt, muss künftig auf Strecken innerhalb Europas zwischen einem Euro in der Economy-Klasse und zehn Euro in der Business Class Aufschlag zahlen. Bei Überseeflügen werden vier bis 40 Euro fällig. Ausgenommen sind Privatflugzeuge sowie alle Umsteiger, die in Frankreich nur die Maschine wechseln.

Für diesen "kreativen Weg" zur Entwicklungsfinanzierung hatte Präsident Jacques Chirac jahrelang international gekämpft, aber wenig Unterstützung erhalten. Der Plan wird von UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützt, aber vom Verband der Fluggesellschaften IATA bekämpft. (APA/dpa)

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    Andere Staaten überlegen, dem Beispiel Frankreichs zu folgen.

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