Aufsicht warnt vor Währungsrisiken

27. Juli 2006, 14:13
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FMA schlägt Alarm: Zu viele Kunden seien sich der Risiken von Fremdwährungskrediten und Hedgefonds nicht bewusst

Wien - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) schlägt Alarm: Viel zu viele Haushalte in Österreich nehmen Fremdwährungskredite auf. Während die Fremdwährungskredite bei den Unternehmen bereits zurückgehen ist der Trend bei Privaten nach wie vor ungebrochen, betonte OeNB-Direktor Andreas Ittner am Freitag bei einem Pressegespräch. Jedes Monat steige der Anteil an. Und viele Kunden seien sich der Risiken nicht bewußt.

Dies will die FMA ändern. In einem ersten Schritt wurde gemeinsam mit der OeNB ein Infofolder heraus gebracht, der in den Banken aufliegen wird und über die Risiken informieren soll. Ziel für die Zukunft sei, eine Informationspflicht der Banken im Bankwesengesetz (BWG) festzuschreiben, betonte FMA-Vorstand Kurt Pribil.

20 bis 25 Jahre

Der klassische Fremdwährungskredit an einen privaten Haushalt ist hypothekarisch besichert und läuft 20 bis 25 Jahre. Die Kredite in Yen und Schweizer Franken haben in den vergangenen Jahren mehrfach Rekorde erzielt. Derzeit ist bereits ein Kreditvolumen von 53 Mrd. Euro in fremder Währung an inländische Kunden vergeben. 33 Mrd. Euro davon entfallen auf private Haushalte. 90 Prozent davon entfallen auf Schweizer Franken.

Rund 60 Prozent dieser Kredite werden sehr langfristig zur Wohnraumfinanzierung aufgenommen, und mehr als zwei Drittel sind als endfällige Kredite mit Tilgungsträger ausgestattet, so Pribil. Den Kunden scheine aber nicht klar zu sein, welche kumulativen Risiken sie da eingehen und welche Auswirkungen das vor allem bei langfristigen Finanzierungen haben könne. Als wesentliche Gefahren nennt Pribil Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Tilgungsrisiken. Wesentlich sei, dass sich der Bankkunde bei der Aufnahme eines Fremdwährungskeredits diesen auch in Euro leisten können sollte. Der Fremdwährungskredit sei eine besondere Form der Wähungsspekulation und könne möglicherweise empfindlich höhere Kosten als ein Eurokredit verursachen.

Beschwerden über Hedge-Fonds

Laufend Beschwerden gebe es über Hedge-Fonds, betonte Pribil. Die FMS verteufle Hedge-Fonds grundsätzlich nicht, die Privatkunden müssten aber über die Risiken genauestens informiert werden. Wenn ein Privatanleger 10 Prozent seines Vermögens in Hedge-Fonds anlegt, sei das kein Problem, nicht aber wenn er alles dafür aufwendet oder sogar einen Kredit aufnimmt. Vortellbar wären für ihn daher Eintrittsschwellen.

Zu den Auflagen um den Kunden zu schützen zählen die Mindestinvestments. Damit werde versucht unkundige Investoren oder "nicht-risikotragfähige Investoren" von spekulativen Investments fernzuhalten. Mindestinversments gibt es zum Beispiel in Frankreich und zwar 10.000 Euro für nicht-garantierte Dach-Hedge-Fonds, bis zu 250.000 Euro für Einzel-Hedge-Fonds. In Italien beträgt das Mindestinvestment 500.000 Euro für Einzel- und Dach-Hedge-Fonds. In Spanien gibt es kein Mindestinvestment bei ausreichender Risikostreuung.

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