Spanische Doping-Affäre

13. Oktober 2006, 12:44
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Madrid - Chronologie der Doping-Affäre im Radsport, die im Februar 2006 in Spanien ihren Ausgang nahm und in der Suspendierung der Tour-Co-Favoriten Jan Ullrich und Ivan Basso sowie aller in den spanischen Doping-Skandal beschuldigten Fahrer am Freitag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte:

 

  • Februar: Die spanische Guardia Civil bekommt Informationen, dass einige Personen Doping-Produkte an Spitzensportler liefern. Die Überwachung führt die Fahnder zu einer Wohnung im Zentrum von Madrid mit einem geheimen Labor. Die Ermittler machen zudem Videoaufnahmen von Sportlern, die das Labor besuchen.

 

 

  • 23. Mai: Bei der größten Doping-Razzia der spanischen Sportgeschichte nimmt die Polizei fünf Verdächtige fest, darunter den Direktor von Liberty Seguros, Manolo Saiz (46). Eine Sondereinheit nimmt zudem den Arzt Eufemiano Fuentes, den Laborchef Jose Luis Merino Batres, den Vizedirektor des Teams Comunidad Valenciana (früher Kelme), Jose Ignacio Labarta und Ex-Radsportler Alberto Leon fest. Die Verdächtigen sollen Radprofis Blut abgenommen, dieses mit roten Blutkörperchen angereichert und den Sportlern vor Rennen injiziert haben. Die Beamten stellen bei Hausdurchsuchungen 200 Beutel mit Blutkonserven sicher. Diese tragen Codes, mit denen die Radsportler identifiziert werden können, für die das Blut bestimmt war. Die Ermittler finden auch Anabolika, Steroide und EPO.

 

 

  • 24. Mai: Manolo Saiz wird unter Auflagen frei gelassen. Der Italiener Ivan Basso, zu diesem Zeitpunkt Spitzenreiter beim Giro d'Italia, wird vom spanischen Radio-Sender Cadena Ser als Kunde von Fuentes bezeichnet, bestreitet das aber.

 

 

  • 25. Mai: Der Versicherungskonzern Liberty Seguros kündigt den Sponsoren-Vertrag beim Rad-Team. Cadena Ser berichtet, auch der Deutsche Jan Ullrich habe Kontakt zu Fuentes. Auch Ullrich dementiert.

 

 

  • 26./27. Mai: Die vier weiteren Beschuldigten werden ebenfalls unter Auflagen freigelassen.

 

 

  • 9. Juni: Saiz legt alle Funktionen bei Astana (früher Liberty) sowie beim internationalen Radsport-Verband zurück.

 

 

  • 28. Juni: Ullrich kündigt rechtliche Schritte gegen die spanische Zeitung "El Pais" an, die über ihn im Zusammenhang mit dem Dopingskandal berichtete. "Ich habe nie betrogen", beteuert der Deutsche

 

 

  • 29. Juni: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) erteilt Astana die Starterlaubnis für die Tour, obwohl das Team zuvor von den Tour-Organisatoren ausgeladen wurde.

 

 

  • 30. Juni: Zunächst werden Ullrich und sein spanischer Teamkollege Oscar Sevilla vom T-Mobile-Team sowie Stunden später nach einer Sitzung aller Team-Manager auch Basso und alle im Doping-Skandal beschuldigten Fahrer von der Tour de France suspendiert. Unterdessen veröffentlicht "El Mundo" eine Liste von 32 noch aktiven Fahrern, die von der spanischen Polizei verdächtigt werden.

 

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