Burgenland: Grüne gegen Verlängerung der A3 "um jeden Preis"

4. Juli 2006, 23:10
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Krojer: Neue Trassen-Varianten "immer skurriler" - Bestehende B16 würde ausreichen

Eisenstadt - Gegen einen Ausbau der A3 "um jeden Preis" sprechen sich Burgenlands Grüne aus. Bisherige Varianten für die Trasse vom Knoten Eisenstadt zum Grenzübergang Klingenbach seien auf Grund des Widerstandes in betroffenen Gemeinden nicht durchsetzbar, neue Varianten würden "immer skurriler", so Klubobfrau Grete Krojer heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Auch die Kosten-Nutzen-Rechnung für das neun Kilometer lange Teilstück stimme nicht mehr, der Preis habe sich verdreizehnfacht.

Als Beispiele für neue Vorschläge nannte Krojer den Vorschlag einer "Stockautobahn" im Bereich von Klingenbach, den Bau der B16 in sieben Metern Höhe über der Autobahn in Klingenbach sowie eine Zufahrt bei Siegendorf, die fünf Meter über dem Straßenniveau liege. Eine andere Variante würde die Zerschneidung des Zagersdorfer Waldes bedeuten, vor einigen Jahren sei die Gemeinde für Pflege und Aufforstung dieses Waldes ausgezeichnet worden.

Probleme mit Naturschutzgebiet

Probleme könnte es nach Ansicht der Grünen auch auf ungarischer Seite mit einem Natura 2000-Gebiet im Hinblick auf das für solche Gebiete bestehende Verschlechterungsverbot geben. Mittlerweile herrsche in allen vier von einzelnen Varianten betroffenen Gemeinden - Klingenbach, Wulkaprodersdorf, Siegendorf und Zagersdorf - "Aufruhr", meinte Krojer.

Die Grünen seien auch der Meinung, dass die Leistungsfähigkeit der bestehenden B16 ausreiche. Prognosen der ASFINAG, 2020 würden auf dieser Straße täglich 34.000 Autos fahren, wolle man hinterfragen. Zwar habe es von 2000 auf 2004 durch die EU-Erweiterung einen Sprung gegeben. Diese Steigerung, die man nicht langfristig hochrechnen könne, werde herangezogen, um "Horrorprognosen in den Raum zu stellen". Die bestehende B16 könne "locker 25.000 Autos aufnehmen".

Kosten-Nutzen-Rechnung prüfen

Auch die Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Verlängerung der A3 stimme längst nicht mehr, so Krojer: Ursprünglich sei die neun Kilometer lange Autobahn vom Land mit elf Mio. Euro eingereicht worden, diese Zahl sei mittlerweile auf 150 Mio. Euro angestiegen.

"Wenn das Projekt politisch nicht durchsetzbar ist, dann soll es gestoppt werden", so Krojer. Der Ausbau der A3 sei nicht etwa über eine Umweltverträglichkeitsprüfung, sondern nur durch die Landesregierung aufzuhalten. Die Grünen fordern auch "einen Schulterschluss zwischen den betroffenen Gemeinden, um eine Realisierung zu verhindern, die immense Kosten verursacht, die Lebensqualität beeinträchtigt und daher nicht um jeden Preis erfolgen soll." (APA)

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