Der Weinbau auf Sardinien

2. Juli 2006, 17:30
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Schon im 9. Jahrhundert v. Chr. bauten Sarden Wein an. Sie erlernten die Kunst des Vergärens von den Phöniziern

Mit den Einfällen der Barbaren erlitt der Weinbau einen Zusammenbruch, um in den begrenzten Bereichen der Klöster wieder zu erscheinen und später dann von den Seerepubliken Genua und Pisa bis zum 14. Jh. erneut lanciert zu werden. Durch die wechselvolle Geschichte (Karthager, Römer, Vandalen, Byzantiner, Moslems, Pisaner und Genueser) entwickelte sich hier vielfältiges Weinbau-Spektrum. Spanier brachten ab dem 13. Jahrhundert viele Rebsorten mit und beeinflussten über Jahrhunderte Rebsorten und Art der Weine.

Eine Besonderheit des sardischen Weinbaus: Die Insel blieb von der Reblaus-Seuche verschont und kann deshalb Trauben auf den Original-Unterlagsreben wachsen lassen. Sardinien hat eine Rebfläche von ca. 43.000 Hektar. Die Temperaturen sind in den verschiedenen Teilregionen der Insel sehr unterschiedlich. Die warme Süd- und Westseite der Insel bietet mit unterschiedlichen Kleinklimaten Rot-, Weiss- und Dessertweinen gute Bedingungen. Das Gennargentu-Massiv im Osten bildet die Cannonau-Achse, wo die Weinberge durch Nordostwinde gekühlt werden.

Im kühleren, ausreichend feuchten Norden (Gallura, Anglona und Alghero) entstehen frische, fruchtige Weissweine mit schöner Säure und Duftigkeit. Hier wird auch der Vermentino di Gallura hergestellt. Die Tendenz der letzten Jahre zu leichten, frischen und delikaten Weißweinen hat den Vermentino-Weinen der Insel zu einem neuen Aufschwung verholfen, gelten sie doch als ideale Sommerweine.

Kork in großen Mengen wird übrigens in den Korkeichenwäldern der Gallura gewonnen.

Die Rebsorten

Zu zwei Dritteln werden Rotweine und zu einem Drittel Weissweine erzeugt, die alkoholreicher sind als im übrigen Italien. Die häufigste weisse Sorte ist die autochthone Nuragus (feminin und leicht prickelnd) mit einem Drittel der Rebfläche, gefolgt von Vermentino (leicht und frisch), Malvasia Sardegna, Nasco, Semidano und Torbato.

Die häufigsten roten Sorten sind Cannonau (alkoholstark und kräftig), Monica (trocken und leichter), Carignano, Bovale und die süsse Girò. Interessant sind auch die Dessertweine Moscato und Malvasia, sowie der Vernaccia di Oristano, ein Sherry-ähnlicher Wein.

  • Weingärten auf Sardinien.
    foto: vene maier

    Weingärten auf Sardinien.

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