Psychologische Behandlung für Triebtäter analysiert

3. Juli 2006, 10:00
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Konzept der Heilung wird in Frage gestellt

London/Leicester - Eine psychologische Behandlung kann bei Triebtätern die Anzahl der Wiederholungstaten senken, sie stellt aber keine Heilung dar. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of London und der University of Leicester gekommen. Die Wissenschaftler überprüften neun Studien mit 567 Straftätern aus den USA, Großbritannien, Kanada und Europa.

Einige Behandlungsprogramme konnten die Rate der erneuten Straffälligkeit um bis zu 40 Prozent verringern. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Medical Journal veröffentlicht. Experten wie Donald Findlater von der Lucy Faithfull Foundation erklärten, dass der Ansatz in Hinblick auf eine Heilung falsch sei, da es sich um kein medizinisches Problem handle und daher auch nicht als solches behandelt werden könne.

Therapien

Die meisten Sexualtriebtäter erhalten in Großbritannien eine psychologische Behandlung. In den meisten Fällen wird diese Therapie entweder von der NHS, von den Gefängnissen oder von der Bewährungshilfe durchgeführt. Vielfach handelt es sich dabei laut BBC um Gesprächstherapien wie die kognitive Verhaltenstherapie. Weniger als zehn Prozent der Triebtäter werden rückfällig.

Belinda Brooks-Green, die Autorin der Studie, erklärte, dass Sittlichkeitsverbrecher, die ein Behandlungsprogramm erfolgreich abschließen, weniger oft und weniger schwer rückfällig werden als jene, die keine Anzeichen zeigen, dass sie die entscheidenden psychologischen Themen verstanden und durchdacht haben. Die Wissenschaftlerin warnt jedoch, dass sexuelle Triebtäter nicht immer erfolgreich behandelt werden können. Für die aktuelle Studie wurden Fälle von Kindesmissbrauch, Exhibitionismus und sexuellen Übergriffen erneut untersucht. (pte)

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