Ars Electronica 2006 auf der Suche nach Rückzugsräumen

9. Juli 2006, 17:00
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"Simplicity - the art of complexity" von 31. August bis 5. September in Linz - Landpartie zum Stift St. Florian, interaktives Fernsehstudio und Fahrräder zur Stromerzeugung

Auf die Suche nach Rückzugsräumen in einer immer komplexer werdenden Welt begibt sich die Ars Electronica 2006. Das Linzer Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft trägt heuer den Titel "Simplicity - the art of complexity" und geht von 31. August bis 5. September über die Bühne. Details gaben Gerfried Stocker und Christine Schöpf für die Veranstalter Ars Electronica Center und ORF Oberösterreich in einem Pressegespräch am Freitag in Linz bekannt.

Barock

Am 2. September begibt sich die Ars Electronica für einen Tag in das Barockstift St. Florian bei Linz, um dem Phänomen des "Cocoonings" oder "neuen Biedermeier" nachzugehen. Vorträge, Klanginstallationen und eine Computergrafik-Ausstellung stehen u.a. auf dem Programm, das Motto dabei lautet "Going to the Country - Eine Landpartie auf der Suche nach Simplicity".

Bereits das Eröffnungsevent "Harbor Resonance" soll die Sehnsucht nach einem einfacheren und bodenständigeren Leben reflektieren. Der Linzer Hafen bietet mit Performances, Installationen und Musik die Kulisse für den Auftakt der Festivalwoche. Umso komplexer wird es beim Projekt "A Song for C" der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich: Die Einkaufspassage Arkade in der Linzer Innenstadt wird zwei Mal täglich in ein interaktives Fernsehstudio für die Handys der Passanten verwandelt.

"moon ride"

Am 1. September sind Radfahrer eingeladen, auf dem Hauptplatz am Großprojekt "moon ride" teilzunehmen: Die Drahtesel werden in bereitgestellte Generatoren eingespannt. Per Muskelkraft wird ein großer Akku aufgeladen, der einen über der Stadt schwebenden Ballon zum Leuchten bringen soll.

Zu den weiteren Festivalhöhepunkten zählen der Konzertabend "Some sounds and some fury" im Kunstmuseum Lentos, Klangpark und Brucknerhaus, eine Werkstatt für Medienkünstler und das Kinderstück "Die elektrische Großmutter" im Theater Phönix. Bevor am 1. September im Linzer Brucknerhaus der Prix Ars Electronica verliehen wird, steht das Themensymposium "Simplicity" mit internationalen Experten auf dem Programm. Kurator ist der renommierte US-Grafikdesigner und Forscher John Maeda.

Wie bereits im Vorjahr will auch heuer ein eigenes "Animation Festival" Einblicke in Hintergründe und aktuelle Strömungen des Computeranimationsfilms geben. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Arbeit von Jugendlichen gewidmet, High-Tech-Produktionen aus den USA und japanische Animes komplettieren das Programm.(APA)

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