Salzburg weit vom Kyoto-Ziel entfernt

9. Oktober 2006, 18:10
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Grüne Kritik: Ausstoß der Treibhausgase ist um elf Prozent gestiegen

Salzburg - Das Land Salzburg ist von den Zielen des Kyoto-Protokolls weit entfernt. Statt einer Reduktion um 13 Prozent, ist der Ausstoß der Treibhausgase um elf Prozent gestiegen, berichtete die Energiesprecherin der Grünen, LAbg. Heidi Reiter, am Freitag bei einem Pressegespräch. Ihrer Meinung nach ist die Landesregierung dafür verantwortlich.

Jahr für Jahr würden die Unwetter zunehmen, und für den Klimawandel sei der hohe Ausstoß an Treibhausgasen mitverantwortlich. "Und in dieser dramatischen Situation lehnt sich unsere Landesregierung zurück und lässt die eigenen Klimaschutz-Ziele in der Schublade vergammeln", so Reiter. Die Regierung legte vor fünf Jahren auf Antrag des Landtages einen Bericht vor, welche Maßnahmen gesetzt werden müssen, um die laut Kyoto-Protokoll geforderte Reduktion der Treibhausgas-Emissionen zu erreichen. Nun liegt die Evaluierung dazu vor.

"Gewohnter Klimaschutz-Schlendrian"

"Bei der Umsetzung verfiel die Landesregierung in ihren gewohnten Klimaschutz-Schlendrian. Sie setzte da und dort bestenfalls kosmetische Schritte, trug aber ansonsten nichts zu einer grundlegenden Trendumkehr bei", so Reiter. In der Wohnbauförderung sei eine massive Umschichtung der Mittel zu Gunsten energetischer Sanierungen ausgeblieben, dem boomenden "Klimakiller Erdgas" habe die Landesregierung wohl aus Rücksicht auf die Salzburg AG nichts entgegengesetzt, und beim Verkehr hätten SPÖ und ÖVP ohnehin schon lange kapituliert.

Die Bevölkerung Salzburgs hat von 1990 bis 2003 um acht Prozent zugenommen. Im gleichen Zeitraum ist laut Evaluierung der Wohnungsgebäude-Bestand um 19 und die gesamte Wohnnutzfläche um 35 Prozent gestiegen. Die Zahl der Ölheizungen stieg um 30 Prozent, bei Gasheizungen sogar um 330 Prozent. Der Anteil am CO2-neutralen Energieträger Holz ging hingegen auf 15 Prozent zurück.

Verkehr

Der Verkehrssektor hat in Salzburg im Jahr 2003 mit 38 Prozent den größten Anteil an den CO2-Emissionen. Die Fahrleistung aller Pkw stieg von 1990 bis 2003 um 20 Prozent und der Lkw um 35 Prozent. Dies führte im Straßenverkehr zu einem Anstieg des Treibstoffverbrauches um 15 Prozent.

Reiter erwartet sich von der Landesregierung, "dass sie endlich aufwacht. Uns rennt die Zeit unwiederbringlich davon". Die Maßnahmen, die Salzburg jetzt nicht setze, würden das Land schon ab 2008 teuer zu stehen kommen. Unabhängig von den finanziellen Konsequenzen dürfe freilich eines nicht vergessen werden: "Es geht hier nicht bloß um Geld. Unser Klima ist ernsthaft in Gefahr." (APA)

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