Verleihung des Wildgans-Preises an Barbara Neuwirth

7. Juli 2006, 12:57
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Preisträgerin sieht Literatur als ein Stiefkind des Kultursponsorings

Wien - Die Verbindung "wissenschaftlicher Erkenntnisse mit reicher Phantasie" im Werk der österreichischen Autorin Barbara Neuwirth würdigte der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, am Donnerstagabend bei der Verleihung des Anton Wildgans-Preises an die Schriftstellerin. Neuwirth stehe "in einer Reihe mit Größen wie Thomas Bernhard, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl oder Brigitte Hamann", die die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Vergangenheit erhalten hatten.

"Noch vieles zu erwarten"

Die Laudatio hielt die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, Marianne Gruber. "Von Barbara Neuwirth ist in Zukunft noch vieles zu erwarten", zeigte sich Gruber überzeugt. "Der weite Bogen ihrer Texte reicht von Realistik bis Phantastik", so Sorger laut Aussendung. Die von der IV gestiftete Auszeichnung sei ein "deutliches Zeichen für die österreichische Gegenwartsliteratur und ein wichtiges Signal der gesellschaftspolitischen und kulturellen Verantwortung, die die heimische Industrie in diesem Land trägt", sagte Sorger.

Die Preisträgerin betonte, dass die Literatur ein Stiefkind des Kultursponsorings sei, da sie kaum für eine breite Bewerbung des Sponsors sorgen könne. Die lange Geschichte des Wildgans-Preises sei nicht nur ein Zeichen von "großem Selbstbewusstsein des Sponsors", sondern zeige auch, dass dieser sein Engagement ernst nehme.

Werdegang

Barbara Neuwirth wurde am am 13. November 1958 in Eggenburg/Niederösterreich geboren. Seit 1985 arbeitet Neuwirth als Lektorin des Wiener Frauenverlags, seit 1989 ist sie Herausgeberin der wissenschaftlichen Reihe "Frauenforschung".

Ihr Werk umfasst Prosa und Theaterstücke, unter anderem "In den Gärten der Nacht. Phantastische Erzählungen" (1990), "Dunkler Fluß des Lebens. Erzählungen" (1992), "Im Haus der Schneekönigin. Novelle" (1994), zuletzt erschien "Über die Thaya. Ill.: Georg Koenigstein" im Jahr 2000. 2003 wurde das Theaterstück "Antigone. Und wer spielt die Amme" uraufgeführt, es folgte "Eurydike", das im Jahr 2004 im Rahmen des Brucknerfestes gespielt wurde, zuletzt erschien "Eurydike Revisited".

Der Preis

Der Anton Wildgans-Preis Preis wurde im Jahr 1962 das erste Mal vergeben. Die Auszeichnung wird jährlich an einen österreichischen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin der jüngeren oder mittleren Generation, "dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt", verliehen. Der Preis wurde bisher u.a. an Thomas Bernhard, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl, Christoph Ransmayr, Brigitte Hamann, Michael Köhlmeier und Peter Rosei verliehen. Im Vorjahr wurde Hans Raimund mit dem Preis ausgezeichnet. (APA)

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