BA-CA-Aufsichtsratschef Salvatori wird neuer Unipol-Chef

19. Juli 2006, 14:17
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Langjähriger UniCredit-Präsident rückt zum neuen Geschäftsführer der skandalumwitterten Versicherungsgruppe auf

Rom - Carlo Salvatori, der als langjähriger UniCredit-Präsident im Jänner neuer BA-CA-Aufsichtsratspräsident wurde, steht vor einer neuen Herausforderung. Der Mailänder Manager wird den Posten des Geschäftsführers der skandalumwitterten Versicherungsgruppe Unipol übernehmen, berichteten italienische Medien am Freitag. Unipol war im vergangenen Herbst in den Sog eines ausgedehnten Bankenskandals geraten, der zum Rücktritt des Notenbankchefs Antonio Fazio geführt hatte.

Die traditionell der italienischen Linken nahe stehenden Genossenschaften (LegaCoop) sind mehrheitlich Anteilseigner von Unipol. Der Versicherer wollte im Sommer 2005 die römische Bank BNL übernehmen und wurde dabei gegen die spanische BBVA (Banco Bilbao Vizcaya) vom inzwischen zurückgetretenen Fazio unterstützt. Fazio wollte die Übernahme durch ein ausländisches Institut mit allen Mitteln verhindern. Am 10. Jänner blockierte die Zentralbank das Unipol-Offert mit der Begründung, der ursprünglich nur halb so starken Unipol mangle es an entsprechender Finanzkraft für die BNL.

Rücktritte

Der Unipol-Geschäftsführer, Giovanni Consorte, und dessen Stellvertreter Ivano Sacchetti, waren im Jänner zurückgetreten. Gegen Consorte und Sacchetti wird wegen möglicher Finanzvergehen im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot für die BNL, sowie mit einem anderen Kaufoffert ermittelt. In Rom ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Consorte wegen möglicher krimineller Machenschaften wie etwa Insider-Handel.

Consorte soll außerdem der Skandalbank Banca Popolare Italiana (BPI), deren Chef Gianpiero Fiorani wegen Kursmanipulationen verhaftet wurde, bei ihrem inzwischen gescheiterten Versuch zur Übernahme der norditalienischen Banca Antonveneta geholfen haben, vermuten die Ermittler. Dabei soll er Millionen von Euro eingesteckt haben.

Mit Salvatoris Ernennung zum neuen Geschäftsführer hofft Unipol auf einen Neubeginn. Der börsennotierte Versicherer meldet an der Mailänder Börse eine Kapitalisierung von 3,6 Milliarden Euro. Für Akquisitionen hat Unipol 2,6 Milliarden Euro in seinen Kassen zur Verfügung. (APA)

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    Carlo Salvatori

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