BCR-Übernahme durch die Erste Bank verzögert sich

17. Juli 2006, 14:55
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Das Parlament in Bukarest hat eine notwendige Gesetzesänderung wegen schwerer Differenzen im Rechtsausschuss um eine Woche vertagt

Wien - Die 3,75 Mrd. Euro teure Übernahme der rumänischen Banca Commerciala Romana (BCR) durch die Erste Bank, verzögert sich. Das Parlament in Bukarest hat eine notwendige Gesetzesänderung wegen schwerer Differenzen im Rechtsausschuss um eine Woche vertagt. Das berichten lokale Agenturen, schreibt die Tageszeitung "Die Presse" in der Freitag-Ausgabe.

Eine Sprecherin der Erste Bank bestätigt auf Anfrage der Zeitung die Verzögerung. Konkret spieße es sich an der Regelung der Haftung des Staates für Altlasten und faule Kredite.

Bei der Erste Bank gehe man jedoch davon aus, dass die politische Debatte in Bukarest die für Ende Juli geplante endgültige Übernahme der BCR nicht beeinträchtigte. "Unsere Vorbereitungen für die Integration der BCR laufen nach Plan und werden in keiner Weise beeinflusst", sagt Erste-Bank-Zentraleuropa-Sprecherin Hana Cygonkova. Neben der Zustimmung des Parlaments sei auch die Genehmigung der Übernahmekommission offen.

Regierung weniger optimistisch

Die Regierung in Bukarest ist demnach weniger optimistisch als die Bank. Sie hat dem Vernehmen nach die Frist bis zum 21. September verschoben. Begründet werde die neuerliche Verzögerung - ursprünglich sollte der Deal bereits Ende Mai unter Dach und Fach sein -, weil die Übernahmekommission erst tätig werde, wenn das Parlament den Verkauf absegnet.

Die Privatisierung der rumänischen BCR ist in der Vergangenheit bereits zweimal gescheitert, der dritte Versuch brachte dem Staat den Rekorderlös von 3,75 Mrd. Euro für 61,88 Prozent der Anteile an der Großbank. Der Betrag ist so groß, dass er in Raten nach Bukarest überwiesen wird, um die rumänische Währung nicht in Turbulenzen zu bringen. (APA)

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