Festnahmen nach Demonstration gegen Tibet-Bahn

1. Juli 2006, 14:20
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Drei Ausländerinnen verhaftet

Peking - Die chinesische Polizei hat am Freitag eine Protestkundgebung gegen die erste Bahnverbindung nach Tibet unterbunden und drei Demonstrantinnen - eine US-Amerikanerin, eine Britin und eine Kanadierin - festgenommen. Die drei Frauen hatten am Pekinger Hauptbahnhof ein Spruchband mit der englischsprachigen Aufschrift "China's Tibet Railway, Designed to Destroy" ("Chinas Tibet-Bahn - konstruiert, um zu zerstören") gezeigt. Unklar war zunächst, wohin die Frauen gebracht worden.

Herrschaft über das "Dach der Welt"

Die 1140 Kilometer lange Bahnstrecke von Golmud in der Provinz Qinghai nach Lhasa soll am Samstag vom chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao eingeweiht werden. Das tibetische Exil-Oberhaupt, der Dalai Lama, hatte erklärt, das Eisenbahnprojekt werde Pekings Herrschaft über das "Dach der Welt" zementieren. "Nationale Einheit", wie Chinas Kommunisten sie verstünden, bedeute den Verlust der tibetischen Kultur und Identität.

Chinesische Truppen waren 1950/51 in den buddhistischen Klosterstaat einmarschiert und hatten 1959 den tibetischen Volksaufstand blutig niedergeschlagen. Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, musste mit rund hunderttausend Landsleuten nach Indien fliehen. (APA/AP)

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