Entspannung im Waldviertel

2. Juli 2006, 19:37
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Aufräumarbeiten nach "400-jährigem" Hochwasser - Schlammmassen bereiten Probleme - 1.500 Häuser im Bezirk Waidhofen a.d. Thaya beschädigt

St. Pölten - Der Hochwassereinsatz der Feuerwehren und des Bundesheeres im Waldviertel ist am Sonntag größtenteils beendet worden. Im Laufe des Tages waren noch rund 1.000 Feuerwehrleute und 200 Soldaten in den Bezirken Waidhofen an der Thaya, Gmünd, Horn und Hollabrunn mit Aufräumarbeiten beschäftigt, teilte NÖ Feuerwehrkommandant Josef Buchta der APA mit. Der Pegelstand der Thaya fiel weiter.

Ein Dammbruch auf einer Länge von zehn Metern ereignete sich bei Alt Prerau (Bezirk Mistelbach). Dort wurden jedoch nur landwirtschaftliche Flächen überschwemmt. Personen oder Häuser waren nicht gefährdet. Die Reparaturarbeiten im tschechischen Grenzgebiet würden aber erst in rund einer Woche starten können. Vorerst sei es nicht möglich, zum Damm vorzudringen, so Buchta.

Schlammmassen

Hauptschwierigkeit stellten bei den Aufräumarbeiten weiterhin die enormen Massen an Schlamm dar. Auch von technischer Seite her waren die Einsatzkräfte mit Herausforderungen konfrontiert: Entwurzelte Bäume zum Beispiel mussten mit schweren Bergegeräten beseitigt werden.

Unterstützt wurden die örtlichen Einsatzkräfte im Bezirk Waidhofen an der Thaya von 50 Feuerwehrleuten aus St. Pölten, die mit Fahrzeugen mit eigenen Ladekränen gekommen waren, teilte Alfred Sampl vom Bezirksfeuerwehrkommando mit. So lag etwa in Kollmitzgraben ein dicker Baum zwischen den Brückenpfeilern verkantet. Es galt, den 80 Zentimeter fassenden Stamm mit einem Spezialwerkzeug in Teile zu zersägen und ins Trockene zu legen.

Die Durchflussgeschwindigkeit der Thaya betrug am Sonntag um 9.00 Uhr 74 Kubikmeter pro Sekunde. Zum Vergleich: In der Nacht auf Freitag, als das Hochwasser über die Region hereinbrach, wurden 364 Kubikmeter registriert.

Schäden

Das Hochwasser im nördlichen Niederösterreich hat beträchtliche Schäden verursacht. Allein im gesamten Bezirk Waidhofen an der Thaya sollen an die 1.500 Objekte betroffen sein. Weitere Meldungen waren aus den Bezirken Gmünd, Horn und Hollabrunn zu erwarten. Die Schadenssumme dürfte größer sein als bei den Überflutungen an der March im April dieses Jahres.

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