Hausbank mit Draht zur weiten Welt

17. Juli 2006, 11:15
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Die belgisch-holländische Fortis Bank betreibt seit August 2005 eine Niederlassung in Wien und will in Österreich weiter wachsen

Wien - Die belgisch-holländische Fortis Bank betreibt seit August 2005 eine Niederlassung in Wien. Um die Bank, die derzeit etwa 50 heimische Kunden betreut, ist es jedoch relativ ruhig: "Wir fahren keine große Medienkampagne, wir gehen direkt auf jene Unternehmen zu, die wir als Kunden gewinnen wollen", erklärt Wolfgang Helpa, Bereichsleiter für Europa, die Strategie.

Viele Währungen

Mit einem Team von zwölf Leuten werden jene österreichische Unternehmen herausgefiltert, die die Bank als Kunden ansprechen will. "Unsere Hauptzielgruppe sind die mittelständischen Unternehmen, die international tätig sind", sagt Helpa. Denn der Mittelstand sei eine Gruppe, die "hauptsächlich von Lokalbanken betreut wird, die Betriebe aber oft nicht bei ihrer internationalen Expansion begleiten können."Diese Lücke will Helpa mit seinem Team füllen und eine "internationale Hausbank"sein. Vor allem das Cash-Management (viele Konten, viele Währungen) sei für kleine Unternehmen oft ein großer Aufwand. Mit mittlerweile 120 Business-Center in West- und Osteuropa sowie in Asien verfüge Fortis über eine Infrastruktur, die Unternehmen bei ihren Finanzabwicklungen unterstützen könne. Eine weitere Filiale in Salzburg oder Linz ist in Planung. Die Kundenzahl soll in den kommenden zwei Jahren auf 300 bis 500 steigen.

Überraschender Erfolg in der Schweiz

Das Konzept der internationalen Hausbank sei in der Schweiz - jenem Land, das eine sehr dichte Bankenlandschaft hat - gut aufgegangen. Helpa: "Wir sind über den Erfolg in der Schweiz überrascht. Unser Konzept geht dort voll auf, denn die lokalen Banken setzen stark auf die Kundschaft vor Ort."

Bis 2009 sollen jene Erträge, die außerhalb der Beneluxländer erzielt werden, auf 30 Prozent steigen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 35 Mrd. Euro und über 57.000 Mitarbeiter gehört Fortis zu den 20 größten europäischen Finanzinstituten. 2005 wurde ein Gewinn vor Steuern von 5,1 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Eigenkapitalrendite lag im Vorjahr bei 23 Prozent. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.6.2006)

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