Melange: Sommerfestkollisionen

4. Juli 2006, 08:49
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Knapp bevor das Parlament ins Finale geht, will jeder Politiker, der etwas auf sich hält, noch schnell ein Sommerfest schmeißen

Jeden Sommerbeginn das Gleiche: Wochenlang schmilzt das gesellschaftliche Leben der Wiener Innenpolitik im Sommerschlussstress auf ein Minimum. Und dann, knapp bevor das Parlament ins Finale geht, will jeder Politiker, der etwas auf sich hält, noch schnell ein Sommerfest schmeißen.

Auch heuer kam es dadurch wieder zu schwer wiegenden Terminkollisionen, die interessante Rückschlüsse auf die innerparteiliche Kommunikationskultur zulassen.

So haben der ÖVP-Parlamentsklub und der Wirtschaftsbund beide für Donnerstag, den 6. Juli, zu ihrem Presseheurigen eingeladen - ÖVP-Klubobmann Wilhelm Moltererzum "Fuhrgassl-Huber"in Neustift am Walde, Wirtschaftsbundgeneralsekretär Karlheinz Kopfzum "Schreiberhaus", wenige Hausnummern weiter.

Ähnliches wäre fast der SPÖ passiert: Ursprünglich hätten nämlich auch Bundespräsident Heinz Fischer und Kanzleraspirant Alfred Gusenbaueram Abend des 11. Juli Gastgeber gespielt - Fischer in Form eines Sommerempfangs, Gusenbauer mit dem traditionellen Sommer-, vormals Kanzlerfest. Schließlich machte Gusenbauer dem Staatsoberhaupt Platz, die Roten zelebrieren jetzt am 10. Juli ihre Wendehoffnungen.

Auch in der ÖVP bemüht man sich um einvernehmliche Terminschlichtung. Dem Vernehmen nach überlegt man, die beiden "schwarzen"Heurigen zusammenzulegen. "Die beiden Pressesprecher sind miteinander in Kontakt", verlautet es aus dem Wirtschaftsbund - muss ein heißer Draht sein. (tó/DER STANDARD, Printausgabe, 30.6.2006)

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