Ahoi, "Kids for Freedom"

2. Juli 2006, 19:23
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85 Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien stechen dank Sozialprojekt am Samstag in See

Wien/Marmaris - Tibor macht die Leinen los, Hashem und Gregor setzen die Segel, Danica und Ludmilla sind Vorschoterinnen. Wenn die "Kids for Freedom"am Samstag in Marmaris den Anker lichten, sitzen neun Nationen in einem Boot. Genauer gesagt 85 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 in zwölf Yachten, die eine Woche lang südtürkische Küstengewässer erkunden werden. Für alle ist es der erste Urlaub überhaupt, denn alle kommen aus sozial benachteiligten Familien. Organisiert wird der Segeltörn nun schon zum vierten Mal von der gemeinnützigen Initiative "Kids for Freedom"(K4F) aus Österreich. Finanziert wird über Spenden und Sponsoren.

"Kinder lernen rasch, auf engstem Raum, trotz sozialer, ethnischer, religiöser sowie politischer Unterschiede einander zu akzeptieren und zu tolerieren", erklärt K4F-Vorsitzender Markus Neugebauer. Angefangen vom gemeinsamen Einkauf, über Disziplin an Bord, bis hin zur Anerkennung von Autoritäten (zum Beispiel die des Skippers) lernen die Kids, dass das "System Schiff"nur gut funktionieren kann, wenn die gesamte Crew als Team agiert und einander vertraut. Und das trotz unterschiedlicher Sprachen. "Jordanische Kinder können sich klarerweise nicht mit russischen oder österreichischen unterhalten, aber sie verstehen einander dennoch", so Neugebauer.

Die Idee für K4F sei kurz nach Beginn des Irakkrieges gereift, erinnert sich der begeisterte Segler. Als das Klima zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen frostiger wurde, beschlossen er und Bernhard Blaha vom Internationalen Yachtclub etwas für die Völkerverständigung zu tun. Als Vorbild diente das erfolgreiche Segelprojekt "Mirno More"in kroatischen Gewässern. K4F organisiert aber nicht nur Segeltörns. Heute, Freitag, findet in der Wiener Lugner-City ein großes Schulschlussfest statt, erwartet werden 7000 Besucher. (Michael Simoner, DER STANDARD - Printausgabe, 30. Juni 2006)

  • "Kids for Freedom"auf großer Fahrt. Der junge Rudergänger hat sichtlich Spaß. Auch heuer wieder stechen dank des Sozialprojektes insgesamt 85 Kinder in See.
    foto: k4f

    "Kids for Freedom"auf großer Fahrt. Der junge Rudergänger hat sichtlich Spaß. Auch heuer wieder stechen dank des Sozialprojektes insgesamt 85 Kinder in See.

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