Die renommierten Sieben

9. Juli 2006, 14:57
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Trotz der Parallel-Ansetzung zur Tour de France fanden einige starke Fahrer den Weg nach Österreich. Sieben Mann im Kurzporträt

Thomas Danielson (USA, Discovery Channel, 28 Jahre): Danielson soll auf lange Sicht gesehen als einer der möglichen Nachfolger von Lance Armstrong bei dessen ehemaligem Team Discovery Channel aufgebaut werden - nicht nur, weil er während der Rennsaison wie einst Armstrong in Girona in Spanien residiert. Danielson hat seine Stärken vor allem am Berg, im Vorjahr fuhr er bei der Österreich-Rundfahrt als Zweiter auf das Kitzbüheler Horn. Der 28-Jährige aus Connecticut, der im vergangenen Jahr die Georgia-Tour für sich entschieden und die Vuelta als Siebenter beendet hatte, hat sich zuletzt aber auch im Zeitfahren stark verbessert.

Baden Cooke (AUS, Unibet.com, 28 Jahre): Cooke ist womöglich der spurtstärkste Fahrer im Feld. Als größten Erfolg hat der Australier den Gewinn des Grünen Trikots des besten Sprinters bei der Tour de France 2003 aufzuweisen. Damals hatte er seinen Landsmann Robbie McEwen und den Deutschen Erik Zabel auf die Plätze verwiesen. Zur Bestätigung dieses Triumphes fehlten Cooke vor allem Allrounder-Qualitäten und Stehvermögen bei längeren Rundfahrten. Der 28-Jährigen aus dem Bundesstaat Victoria, der seine Karriere wie so viele Australier auf der Bahn begonnen hatte, gilt als reiner Sprinter. Nicht zuletzt deshalb hat ihn das Team des Österreichers Bernhard Eisel, La Francaise des Jeux, an das zweitklassige Team Unibet.com abgegeben.

Carlos Garcia Quesada (ESP, Unibet.com, 28 Jahre): Dem Bergspezialisten war in der vergangenen Saison bei der Vuelta der große Durchbruch gelungen. Der Spanier beendete die Rundfahrt im eigenen Land auf Rang vier, nachdem er die schwierige 17. Etappe über drei Berge im Alleingang für sich entschieden hatte. Vor der Saison wechselte der 28-jährige Anwärter auf den Rundfahrt-Sieg von Communidad Valenciana zum belgischen Team Unibet.com. Sein eineinhalb Jahre jüngerer Bruder Adolfo Garcia Quesada ist ebenfalls Radprofi, ihm hatte Carlos auch seinen Vuelta-Etappensieg gewidmet: "Weil er als Einziger immer an mich geglaubt hat."

Laszlo Bodrogi (HUN, Credit Agricole, 29 Jahre): Der Ungar ist ein ausgewiesener Zeitfahr-Spezialst und damit vor allem auf der 6. Etappe - einem 31 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr in Podersdorf - der große Favorit. Der 29-Jährige hatte sich erst am vergangenen Wochenende den ungarischen Meistertitel im Zeitfahren und auf der Straße gesichert. 2000 holte er in seiner Spezialdisziplin in Plouay WM-Bronze.

Kim Kirchen (LUX, T-Mobile, 27 Jahre): Kirchen feiert am Tag der Auftakt-Etappe in Gars am Kamp seinen 28. Geburtstag - möglicherweise hat er auf Grund seiner Allround-Fähigkeiten sogar Siegchancen. Der Luxemburger gilt als guter Rundfahrer mit Spurtqualitäten. Auf seiner Visitenkarte hat der ehemalige Fassa-Bortolo-Fahrer unter anderem den Gesamtsieg bei der Polen-Rundfahrt (2005) und mehrere weitere Top-Platzierungen bei ProTour-Rennen.

Janez Brajkovic (SLO, Discovery Channel, 22 Jahre): Der Slowene ist eines der größten Talente im internationalen Radsport und neben seinem Teamkollegen Danielson auch einer der heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg bei der Hervis Tour 2006. Brajkovic gewann bereits 2004 als 20-Jähriger (!) den Zeitfahr-Weltmeistertitel der U23 und fährt seit 2005 für Discovery Channel. Bei der Tour de Suisse fuhr der 22-Jährige zuletzt den vierten Gesamtrang heraus.

Murilo Fischer (BRA, Naturino-Sapore di Mare, 27 Jahre): Der Sprinter hat im vergangenen Jahr mit fünf Siegen bei Eintagesrennen souverän die Gesamtwertung der UCI Europe Tour, der zweithöchsten Rad-Liga nach der ProTour, gewonnen. Österreich scheint für den 27-jährigen Brasilianer ein guter Boden zu sein. 2005 beendete er das heuer nicht ausgetragene UNIQA-Classic zeitgleich mit dem Sieger Bram de Groot (NED) auf Platz zwei.

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