Kohl kann es schaffen

9. Juli 2006, 14:57
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Seit 2003 konnte kein Österreicher mehr die nationale Rundfahrt gewinnen, Bernhard Kohl gilt heuer aber als heißer Tipp - Start am Montag

Wien - Die Chancen auf einen österreichischen Erfolg bei der 53. Auflage der nationalen Rundfahrt stehen sehr gut. Der in Hochform befindlichen Bernhard Kohl (T-Mobile) sowie der Vorjahres-Gewinner auf dem Kitzbühler Horn, Gerhard Trampusch, ist ein solcher in jedem Fall zuzutrauen. Der zweifache Gesamtsieger Gerrit Glomser ist diesmal wohl nicht unter die Siegeskandidaten zu reihen. Am Montag wird in Gars am Kamp gestartet.

"Noch ist aber überhaupt nichts gewonnen", meinte Staatsmeister Kohl, der nach seinem Aufsehen erregenden dritten Platz bei der Dauphine Libere erstmals in seiner jungen Karriere in der Favoritenrolle zu stehen kommt. "Gerade dann ist es aber besonders schwer", sagt der 24-jährige Niederösterreicher, ein Spezialist für lange und schwere Anstiege wie jenem auf das Kitzbüheler Horn (3. Etappe) oder tags darauf über die Großglockner-Hochalpenstraße.

Die Hervis Tour 2006 dürfte sich aber im Vergleich zum Vorjahr, als der heuer nicht teilnehmende Spanier Juan Miguael Mercado auf einer verkürzten Glockner-Etappe den Grundstein zum Gesamtsieg gelegt hatte, erst auf der sechsten und vorletzten Etappe, einem 31 Kilometer langen Zeitfahren in Podersdorf, entscheiden. Dementsprechend hat Kohl neben Glomser und Trampusch vor allem zwei Kollegen auf der Rechnung: Tom Danielson und Janez Brajkovic von Discovery Channel.

"Die beiden sind ausgezeichnete Zeitfahrer. Da werde ich sicherlich etwas an Boden verlieren", meinte Kohl, der im Vorjahr als zweitbester Österreicher hinter Trampusch auf den siebenten Gesamtrang gefahren war. Danielson hatte die Rundfahrt 2005 nach Platz zwei im Bergzeitfahren auf das Kitzbüheler Horn auf Rang fünf beendet - zwei Plätze hinter Trampusch. "Meine Achillesferse ist aber das Zeitfahren", meinte der Tiroler vom deutschen Team Wiesenhof-Akud. "Doch wenn die Form stimmt, dann kann ich auch das."

Glomser streicht sich selbst

Glomser, der 2002 und 2003 für die beiden bisher letzten österreichischen Gesamtsiege gesorgt hatte, nahm sich selbst aus der Rolle des Mitfavoriten. "Ich bin aus der Liste zu streichen, ich habe derzeit einfach nicht die nötigen Beine", sagt der Salzburger, der im Frühjahr von zwei Krankheiten zurückgeworfen worden war. "Ich kann sicherlich bei einigen Etappen vorne mitfahren, aber dass es für ganz vorne reicht, bezweifle ich", so der Volksbank-Profi.

Zwar haben sich wie im Vorjahr auch einige starke spanische Bergfahrer um Vuelta-Etappensieger Carlos Garcia Quesada angekündigt, die stärksten Mannschaften bieten aber zweifellos Discovery Channel und T-Mobile auf. "Bei uns können sogar drei bis vier verschiedene Fahrer die Rundfahrt gewinnen", meinte Kohl, der unter anderem den Luxemburger Kim Kirchen und den Italiener Daniele Nardello im Team hat. (APA/red)

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