Gesundheitsbedenken bei Rapsölabgasen

7. Juli 2006, 16:15
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Nach Bakterienversuch sollen weitere Untersuchungen zum möglichen Krebsrisiko folgen

Braunschweig/Hamburg - Laborversuche mit Bakterien haben gesundheitliche Bedenken am Biokraftstoff Rapsöl geweckt. Bei einem Test mit Salmonellen hätten die Rapsölabgase zehn Mal stärker auf das Bakterienerbgut gewirkt als gewöhnliche Dieselabgase, erläuterte die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig am Donnerstag. Erbgutveränderungen können beim Menschen zu Krebs führen.

Die Forscher warnten allerdings davor, den Bakterienversuch zu verallgemeinern. Nach Recherchen des Fernsehmagazins "Panorama" (produziert vom NDR und ausgestrahlt auf ARD) will die Bundesregierung die Braunschweiger Wissenschafter nun mit weiteren Untersuchungen zum möglichen Krebsrisiko von Rapsölabgasen beauftragen.

Stichprobe

Die Untersuchung erfolgte nach Angaben der Bundesforschungsanstalt bisher nur mit einem Motor und einer Kraftstoffqualität. Es gebe keine Feldstudie, sondern es handle sich um eine Stichprobe. In Zusammenarbeit mit der Universität Bochum sei an den Salmonellen untersucht worden, ob die Abgase das Erbgut verändern können. Unterschiede zwischen Diesel und Rapsöl gibt es nach Aussage der Forscher vor allem bei Abgasstoffen, für die es keine Grenzwerte gibt.

"Panorama" zufolge hat der Verkauf von Rapsöl als Kraftstoff vor allem im vergangenen Jahr stark zugenommen. Rund 213 Millionen Liter verbrauchten Speditionen und Landwirte 2005 in Deutschland demnach. (APA/dpa)

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    Die Abgase von Rapsöl-Kraftstoffen (im Bild Rapsblüten) können nach Recherchen des Fernsehmagazins "Panorama" möglicherweise krebserregend sein.

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