KPN geht vor Gericht gegen staatliche Regulierung vor

7. Juli 2006, 10:30
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KPN wolle dieselbe Position wie die Kabelgesellschaften

Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN will per Gericht eine Gleichbehandlung mit nationalen Kabelfernsehgesellschaften erreichen. Das Unternehmen beantrage eine einstweilige Verfügung gegen den Staat, teilte KPN am Donnerstag mit. Der Staat solle die ungleichen Regulierungsbedingungen im Kabel- und Telekommunikationssektor sofort abschaffen.

Schnellverfahren

Zuvor hatte KPN-Chef Ad Scheepbouwer der Zeitung "Het Financieele Dagblad" gesagt, ein Schnellverfahren gegen den niederländischen Staat solle am 11. Juli in Den Haag beginnen. Sollte KPN dabei erfolglos sein, werde das Unternehmen einen Prozess anstrengen und Schadenersatz einfordern. Nach Scheepbouwers Worten verliert KPN wegen langwieriger Regulierungsprozeduren möglicherweise jeden Monat Millionen von Euro. KPN verweist darauf, dass Telefon- und Kabelanbieter früher verschiedene Dienste in verschiedenen Märkten angeboten haben. Dies habe sich durch die technologische Entwicklung überholt.

KPN wolle deshalb dieselbe Position wie die Kabelgesellschaften, die zu vollwertigen Konkurrenten herangewachsen seien, sagte Scheepbouwers. "Sie sind nicht an strenge Regeln gebunden", erklärte er, "KPN will dieselbe Position."

Nicht mehr in .at aktiv

Weil der frühere Monopolist eine dominierende Position am Markt hat, gestattet die Regulierungsbehörde Opta dem Unternehmen keine Quersubventionierungen. Außerdem muss Opta Preise und neue Dienste von KPN genehmigen, was oft ein zeitintensives Verfahren ist. KPN betreibt in Deutschland den Mobilfunkanbieter E-Plus, in Österreich hat sie sich aus dem Markt zurückgezogen.(APA)

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