Scheidungsrate auf neuem Rekordwert von 46,4 Prozent

4. Juli 2006, 23:15
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In Wien lag Wert sogar bei 63,3 Prozent

Wien - Wer in der Bundeshauptstadt heiratet, sollte nicht allzu viel Geld in den "schönsten Tag des Lebens"investieren. Denn laut Statistik Austria enden in Wien schon beinahe zwei Drittel aller Ehen vor dem Richter. Exakt 63,3 Prozent betrug die Scheidungsrate im Jahr 2005, in ganz Österreich kletterte sie auf den neuen Rekordwert von 46,4 Prozent.

Mit 9,2 Jahren mittlerer Dauer waren die Bünde fürs Leben im Jahr 2005 auch wieder etwas kürzer als im Jahr davor. Dass es gemeinsam nicht mehr geht, erkennen immer mehr Menschen auch erst recht spät. 8,2 Prozent aller Paare, die sich im Jahr 2005 scheiden ließen, waren zwei Jahre oder kürzer verheiratet. Zehn Prozent waren dagegen mindestens 25 Jahre standesamtlich getraut. 18 Menschen trennten sich nach über 50 Jahren Ehe.

Der Trend zur Trennung zeigt sich besonders im Zehn-jahresvergleich deutlich. Im Jahr 1995 lag die Gesamtscheidungsrate noch bei 38,3 Prozent. Und die Trennungswilligen waren damals um durchschnittlich drei Jahre jünger als heute (Männer 41,5 Jahre, Frauen knapp 39).

Nicht nur die von der katholischen Kirche beschworene Unauflösbarkeit der Ehe ignorieren die Menschen, sondern auch den aus Kirchensicht Hauptzweck der Ehe: Die Fortpflanzung. 2005 gab es mit 14.740 Minderjährigen so wenige "Scheidungswaisen"wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. (moe, DER STANDARD - Printausgabe, 30. Juni 2006)

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