Präsident Chávez besucht Iran: Energie im Mittelpunkt

5. Juli 2006, 15:55
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Treffen mit Amtskollegen Mahmoud Ahmadinejad Ende Juli - Weitere Besuche in Vietnam und Nordkorea

Caracas - Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez will Ende Juli den Iran besuchen. Das teilte die iranische Botschaft in Caracas am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Der Linksnationalist Chávez will den Angaben zufolge mit seinem Amtskollegen Mahmoud Ahmadinejad vor allem den Ausbau der bilateralen Beziehungen und der Zusammenarbeit im Energiebereich erörtern. Botschafter Ahmad Sobhani sagte der venezolanischen Nachrichtenagentur ABN, man werde "mit Sicherheit auch über das Thema sprechen, wie der Iran allen befreundeten Ländern seine friedliche Nukleartechnologie zur Verfügung stellt".

Trotz seiner großen Erdöl- und Gasreserven könne der Iran sich im Bereich der Energieerzeugung aus wirtschaftlichen und Umwelt-Gründen nicht nur auf fossile Kraftstoffe verlassen. Die USA und andere Länder seien in Wirklichkeit nicht aus Angst vor der Herstellung von Atomwaffen gegen das iranische Nuklearprogramm, versicherte der Botschafter. Sie wollten vielmehr verhindern, dass Iran dem Club der Länder mit Nukleartechnologie beitritt, um diesen Energiesektor weiter zu kontrollieren.

Weitere Besuche in Vietnam und Nordkorea

Das venezolanische Außenministerium bestätigte unterdessen die Reise von Chávez nach Teheran, und fügte hinzu, der Staatspräsident werde auch Vietnam und Nordkorea besuchen. Venezuela und der Iran hatten in den vergangenen Monaten ihre Beziehungen unter anderem durch Besuche von ranghohen Politikern intensiviert.

Während Ahmadinejad den Iran vor allem mit seinen Nuklearprojekten außenpolitisch auf Konfrontationskurs brachte, machte sich der seit 1998 regierende Chávez auf Grund seiner populistischen Politik, seiner Verbalattacken gegen Washington und seiner Beziehungen zu international umstrittenen Regimes in den USA sehr unbeliebt. (APA/dpa)

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