"Kein gewalttätiges Team"

1. Juli 2006, 19:59
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Portugiesen kämpfen vor der Partie gegen Eng­land mit ihrem Brutalo-Image, schon 14 Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten gesammelt

Marienfeld - Nach dem Skandalspiel gegen die Niederlande, einer Flut von Gelben Karten und den Sperren gegen Deco und Costinha wird das portugiesische Fußball-Team von seiner Vergangenheit eingeholt. Sowohl bei der WM 2002 als auch bei der EM 2000 fielen die Südwest-Europäer durch ihre Unbeherrschheit auf und wurden dafür zum Teil auch hart bestraft.

Diese Vorfälle sowie die Kritik der niederländischen Spieler und ihres Trainers griffen nun englische Medien auf - und zeichneten kein gutes Bild von Englands nächstem Gegner. "Das ist nicht fair", schimpfte Portugals Pressechef Afonso Melo.

Kartensammler

Die Mannschaft mit ihren technisch versierten Fußballern, die sich ihren Gegnern oft durch lange Ballstafetten entziehen, ist in den vergangenen drei Jahren zwar ohne Ausschluss über die Runden gekommen, im laufenden WM-Turnier hat sie aber schon 14 Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten gesammelt und damit ihren Teil zum überharten Achtelfinal-Spiel am vergangenen Sonntag beigetragen.

Zudem bleibt Luis Figos nur mit Gelb geahndeter Kopfstoß gegen den Niederländer Mark van Bommel in unschöner Erinnerung. "Wer von Fair Play spricht, sollte zuerst auf sich schauen", schimpfte Bondscoach Marco van Basten nach der Partie. "Figo ist nicht Jesus Christus, aber er war korrekter als die Holländer", lautete dagegen der Kommentar von Portugal-Coach Luiz Felipe Scolari zur Unsportlichkeit seines Kapitäns.

"Manchmal wird uns das Image einer undisziplinierten Mannschaft angehängt"

Der Brasilianer wehrte sich generell gegen die Kritik. "Portugal hat kein gewalttätiges Team. Aber manchmal wird uns das Image einer undisziplinierten Mannschaft angehängt", meinte der Coach. "Es ist bekannt, was vor vier Jahren passiert ist, aber das ist vorbei und wird nie wieder vorgekommen", betonte "Big Phil".

Bei der WM in Südkorea/Japan wurden im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea die Portugiesen Joao Pinto für ein brutales Foul und Paulo Bento des Feldes verwiesen. Damit war das Ausscheiden in der Gruppen-Phase besiegelt. Ein Eklat ereignete sich bei der EM 2000 im Halbfinal-Spiel gegen Frankreich. Nach dem Siegtor der Franzosen per Golden Goal kam es zu Tumulten auf dem Platz.

Diese allzu heftigen Proteste nach der Elfmeter-Entscheidung von Österreichs Schiedsrichter Günter Benkö brachten Abel Xavier (neun Monate wegen Attacke gegen den Schiedsrichter-Assistenten Igor Sramka), Nuno Gomes (acht Monate wegen einer körperlichen Attacke gegen Benkö) und Paulo Bento (sechs Monate, weil er Benkö die Rote Karte entreißen wollte) mehrmonatige Sperren ein. Außerdem wurde Portugals Verband mit 175.000 Schweizer Franken (knapp 112.000 Euro) für die unsportlichen Vorfälle zur Kasse gebeten.(APA/dpa)

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