Aragones bleibt spanischer Teamchef

30. Juni 2006, 15:01
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"Verband ist mit einer Arbeit zufrieden, ich verlängere meinen Vertrag" - Die Trainer Ghanas und Polens werden wohl das Handtuch werfen

Madrid´- Tagelang ist in den Medien gerätselt worden, tritt er zurück oder bleibt er? Offenbar war er sich selbst nicht ganz im Klaren gewesen. Aber jetzt hat Luis Aragones, der Fußball-Teamchef des ausgeschiedenen WM-Teilnehmers Spanien, allen Spekulationen ein Ende gesetzt und Klartext gesprochen. "Der Verband war mit meiner Arbeit zufrieden und das hat mich motiviert, meinen Vertrag zu verlängert", sagte der 67-Jährige am Freitag auf einer Pressekonferenz in Madrid.

"Wir haben Luis gebeten zu bleiben und zum Glück wird er bis zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz weitermachen", verkündete Jorge Perez Arias, der Generalsekretär des spanischen Fußball-Verbandes (RFEF). Die Mehrheit der spanischen Fans hatte sich in einer Umfrage der Sportzeitung "Marca" für eine Vertragsverlängerung des Trainers ausgesprochen, der mit rund 700 Erstliga-Spielen der erfahrendste Coach im Land ist.

Aragones, der nach der EM 2004 das Amt angetreten hat war hinter dem deutschen Togo-Trainer Otto Pfister (68 Jahre) ältester WM-Feldherr in Deutschland. Dort hatte er für das Verfehlen seines Minimalziels (Halbfinal-Einzug) seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, später aber seine Ankündigung abgeschwächt. Er würde nur dann gehen, wenn ihn der Verband (RFEF) und die Fans nicht mehr haben wollten. Nach dem Bekenntnis durch die Anhänger kam jetzt auch jenes der Funktionäre.

In Spanien, dem bestplatzierten Nicht-Weltmeister-Land in der ewigen FIFA-Tabelle (Siebenter), hat sich Aragones mit seiner Abkehr vom Sicherheitsfußball viele Freunde gemacht. Trotzdem reichte es wieder nur zum WM-Gruppen-Champion (bestes Team nach drei Spielen), die Iberer mussten nach 25 Länderspielen ohne Niederlage wieder vorzeitig den WM-Hut nehmen. Das 1:3 im Achtelfinale gegen Frankreich bedeute in Deutschland den Abschied.

Dujkovic und Janas haben keine Lust mehr

Die mit viel Beifall von der WM verabschiedete Mannschaft aus Ghana muss sich auf jeden Fall einen neuen Trainer suchen, wie die serbische Zeitung "Vecernje Novosti" am Donnerstag berichtete. Der serbische Coach der Westafrikaner, Ratomir Dujkovic, sagte nach Angaben des Blatts, er werde mit den "Black Stars" nach Ghana zurückkehren. Dort wolle man, dass er weitermache, "aber ich denke, es war genug." Es warteten neue Herausforderungen auf ihn.

Pawel Janas wird laut Ryszard Czarnecki, einem Senior-Mitglied des polnischen Verbandes, die Entscheidung um seine Zukunft nicht abwarten. "Ich habe gestern mit Janas gesprochen, die Entscheidung ist gefallen. Er wird nicht länger Teamchef sein", meinte der Parlamentsabgeordnete am Donnerstag im polnischen Fernsehen. Die endgültige Entscheidung über Janas' Zukunft soll in einer Sitzung am 14. Juli fallen. (APA)

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