Britischer Mobilfunkbetreiber Orange will Präsenz in Europa stärken

11. Juni 2000, 20:12

Auktion von UMTS-Mobilfunklizenzen entscheidend

Der britische Mobilfunkbetreiber Orange will seine Präsenz in Europa stärken. "Kontinentaleuropa hat für uns die erste Priorität, vor allem in Deutschland besteht noch eine Lücke", sagte Orange-Finanzchef Graham Howe am Freitagabend bei einem Interview in New York. Die bevorstehende Auktion von UMTS-Mobilfunklizenzen in Deutschland sei entscheidend für die Zukunft des Unternehmens. Orange werde in den nächsten Wochen seine Beteiligung an der Auktion überdenken. UMTS steht für Universaler Mobiler Telekom-Standard.

Analysten rechnen damit, dass sich Orange aus dem Bieterkonsortium mit dem finnischen Mobilfunkbetreiber Sonera zurückzieht, da die neue Muttergesellschaft von Orange, die France Telecom, bereits einen anderen Bieter für eine deutsche Mobilfunklizenz unterstützt. France Telecom hatte Ende Mai angekündigt, Orange für umgerechnet rund 560 Milliarden Schilling zu übernehmen. Damit wird France Telecom zu einem der größten Mobilfunkbetreiber Europas.

Nach der Auktion in Deutschland wolle Orange seine Präsenz in anderen Märkten wie Spanien stärken. Orange wolle möglicherweise zudem für eine Mobilfunklizenz in Italien und Frankreich bieten. Orange werde auch Ausschau nach potenziellen Übernahmekandidaten in Europa halten. Howe wollte allerdings keine konkreten Namen für mögliche Übernahmekandidaten nennen. In der Telekombranche fänden ständig Gespräche statt, es sei noch zu früh, bereits jetzt etwas in Erwägung zu ziehen, fügte Howe hinzu.

Nach Europa plane Orange, in den USA zu expandieren. Für die USA bestünden mehrere Möglichkeiten. So seien dort das Franchising seines Markennamens, Partnerschaften oder der Kauf von Mobilfunklizenzen zur Schaffung eigener Netze denkbar.(APA/Reuters)

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