ARGEV sammelte 2005 weniger Verpackungsmüll - "Ausbeute" höher

27. Juli 2006, 14:20
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Kosten seit 1994 um mehr als 40 Prozent gesenkt - Tarifentlastungen für Wirtschaft und Verbraucher

Wien - Die Verpackungsverwertungsgesellschaft ARGEV meldet für das Vorjahr den ersten Negativ-Sammelrekord seit 1997. Die Gesamtmenge an Leicht- und Metallverpackungen aus den Haushalten, der Industrie sowie dem Gewerbe einschließlich Restmüll war 2005 mit knapp über 227.000 Tonnen um 1,8 Prozent geringer als 2004. Die "Ausbeute" an verwertbarem Leichtverpackungen in den Haushalten sei hingegen um 4,8 Prozent auf 106.000 Tonnen gestiegen, die stofflich verwertbaren Mengen erreichten 63.000 Tonnen (+5 Prozent), teilte die ARGEV am Donnerstag in Wien mit.

Rückgang der Sammelmenge

Erstmals in ihrer 15-jährigen Geschichte gab die Verwertungsgesellschaft bekannt, dass die Sammelmenge aus Haushalten und Betrieben mit 195.000 Tonnen um rund 4,4 Prozent zurückgegangen ist. Die Gesamterfassungsmenge inklusive zugekauftem Restmüll sank in geringerem Ausmaß, nämlich um 1,8 Prozent auf 227.000 Tonnen (2004: 231.329 Tonnen). Trotz der rückläufigen Erfassungsmenge hat die ARGEV mit knapp 192.000 gesammelten Tonnen 1,5 Prozent mehr an Leicht-, Metall- und Holzverpackungen der Verwertung bzw. Verbrennung zugeführt.

Seit 1993 hat die ARGEV über 2 Mio. Tonnen Altstoffe gesammelt und knapp 1,7 Mio. Tonnen Verpackungen aussortiert und zur Verwertung übergeben. Mit den seit 2004 veränderten Verpackungsverordnung müssen 83 Prozent der bei der ARA lizenzierten Kunststoffverpackungen erfasst werden. Ab 2006 ist die Erfassung von 95 Prozent vorgeschrieben.

Im Vorjahr hat die ARGEV über 52.000 Haushalte neu mit Gelben Säcken ausgestattet (+4 Prozent). Mit Jahresende haben damit an die 1,4 Millionen Haushalte an der Sammlung mit Gelben Säcken teilgenommen. Zusätzlich standen im Jahr 2005 mehr als 265.700 Gelbe und Blaue Tonnen im Einsatz. Damit konnten 2005 bereits mehr als 1,9 Millionen österreichische Haushalte (57 Prozent) ihre Leichtverpackungen bzw. Plastikflaschen "ab Haus" entsorgen.

Senkung der Tarife

Mit Jahresbeginn 2005 hat die ARGEV ihre Lizenztarife um rund 4,8 Mio. Euro gesenkt. Durch den "günstigen Geschäftsverlauf" im Vorjahr sei mit Jahresbeginn 2006 wiederum eine Entlastung für Wirtschaft und Verbraucher um rund 4,1 Mio. Euro eingetreten.

Die Lizenzierungskosten für eine gemischte Tonne Verpackungsmaterial habe noch im Jahr 1995 umgerechnet 310 Euro betragen. 2005 lagen die Kosten nur noch bei 141 Euro. Gegenüber der Zeitspanne von einem Jahrzehnt bedeute dies eine Reduktion der Lizenzierungskosten von 54 Prozent. Gegenüber 2004 haben sich die Kosten um rund 10 Prozent verringert, gab die ARGEV bekannt. Die spezifischen Kosten für Sammlung und Sortierung (Stückkosten) konnten seit 1995 um mehr als 40 Prozent gesenkt werden.

Mit dem Zuschlag für die im Herbst 2005 neu ausgeschriebene Sammlung und Sortierung 2007 bis 2009 wird die ARGEV für weitere drei Jahre die Müllsammlung übernehmen. Das jährliche Auftragsvolumen beträgt rund 80 Mio. Euro. Als Ergebnis könne damit das Preisniveau des Vorjahres gehalten bzw. leicht gesenkt werden.

Laut einer IMAS-Umfrage im März dieses Jahres im Auftrag der Verwertungsgesellschaft haben fast 97 Prozent der Befragten erklärt, sie würden Verpackungen getrennt sammeln. D.h. das acht von zehn Befragten die Gelben Säcke oder Gelben Tonnen der ARGEV nutzen. Die gleichen Werte würden auch für die Metallverpackungssammlung gelten. (APA)

  • Artikelbild
    foto: argev
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