167.312 Tiere für Laborversuche

7. Juli 2006, 16:15
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Statistik 2005 weist für Österreich eine abnehmende Anzahl der Tierversuche aus - "Vier Pfoten" fordert Statistikausbau

Wien - Die Anzahl der Tierversuche in Österreich ist im Jahr 2005 zurückgegangen. 167.312 Tiere - darunter vor allem Mäuse, Kanninchen und Ratten - wurden im Vorjahr für verschiedene Experimente herangezogen, so die Statistik des Wissenschaftsministeriums. 2004 hatte es insgesamt 186.926 Tests gegeben.

Seit 1990 werden Versuche an Tieren in Österreich statistisch erfasst. Die Zahlen seien dabei von 1991 bis 1999 von 482.000 auf 129.000 heruntergegangen, berichtete Dr. Alois Haslinger, Leiter des Bereichs Gentechnik und Tierversuche im Wissenschaftsministerium, am Donnerstag. In den folgenden Jahren habe es dann wieder einen leichten Anstieg gegeben. 2003 wurde seit 1999 erstmals ein Rückgang verzeichnet. Dieser Trend kehrte sich im Jahr darauf allerdings wieder um und die Experimente nahmen wieder zu.

Tierarten

Im Jahr 2005 wurden besonders Mäuse und Kaninchen "geschont", welche die Statistik allerdings nach wie vor mit einer Zahl von 128.634 bzw. 18.439 Tieren anführen. Einen Rückgang gab es auch bei Meerschweinchen, Hunde, Pferde und Katzen. Zugenommen haben hingegen die Versuche mit Ratten und Nutztieren wie Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen. Neu ist auch der Einsatz von Reptilien und Wachteln, die 2004 nicht für Experimente herangezogen wurden.

Die meisten Versuche wurden mit 79.130 Tieren für die Forschung und Entwicklung von Produkten und Geräten der Human-, Zahn und Veterinärmedizin durchgeführt. An zweiter Stelle standen Tests zur Herstellung und Qualitätskontrolle im human- und zahnmedizinischen Bereich. Mit 33.919 Experimenten folgt die biologische Grundlagenforschung an dritter Stelle.

Tierschutzforderungen

Nach dem Schock der Zunahme der Versuche im Jahr 2004 gebe es die gute Nachricht, dass die Zahl der Experimente um 10,5 Prozent gesunken sei, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung von "Vier Pfoten". Dennoch fordere man mehr Geld für Alternativmethoden und einen Ausbau der Statistik.

Dabei sollen auch Embryonen und Tiere, die für Organentnahme und vor dem Versuch sterben, aufgenommen werden, hieß es in der Aussendung. Auch der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) wies darauf hin, dass Zahlen nicht den tatsächlich "verbrauchten" Tieren entspreche. Ob geklonte und genmanipulierte Lebewesen in der amtlichen Statistik aufscheinen oder auch nicht bleibe ebenfalls ungeklärt. (APA)

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