Hundstorfer gegen Parteiausschluss Verzetnitschs

29. Juni 2006, 15:39
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Wahlkampf-Motivation der Gewerkschaftsmitglieder "zur Stunde eine geringe"

Wien - ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer sieht nach seinem "derzeitigen Wissensstand" keinen Grund, sich der Forderung der Salzburger LH Gabi Burgstaller (S) nach dem Partei-Ausschluss seines Vorgängers Fritz Verzetnitsch anzuschließen. "Das ist mein persönlicher Standpunkt", sagte er Donnerstag in einer Pressekonferenz nach dem Bundesvorstand. Zur "Diskussion" zwischen der FSG und der SPÖ möchte er "keine Wortmeldung mehr" abgeben. Er räumte aber ein, dass "zur Stunde die Motivation" der Gewerkschaftsmitglieder, sich für die SPÖ im Wahlkampf zu engagieren, "eine geringe ist".

In der Diskussion zwischen der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und der SPÖ will sich Hundstorfer mit öffentlichen Wortmeldungen zurückhalten: "Es ist alles gesagt ... der Rest sollte in der Familie besprochen werden." In Sachen SPÖ-Mandate für Gewerkschaft betonte er neuerlich, dass er seine Entscheidung, auf sein Mandat zu verzichten, getroffen habe, "lange bevor der Bundesvorsitzende (Alfred Gusenbauer, Anm.) via Medien etwas transportiert hat".

Auch wenn er nicht für dessen Parteiausschluss eintrat, demonstrierte Hundstorfer deutliche Distanz zu Verzetnitsch: Er habe "im Moment nicht das Bedürfnis nach einem menschlichen Gespräch" mit seinem Vorgänger - und nicht "das Bedürfnis, die Kommunikation zu fördern". Das Gespräch habe am 30. April stattgefunden, danach habe es noch eine kurze Begrüßung bei einer Veranstaltung gegeben. (APA)

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