EADS erstattet Anzeige

27. Juli 2006, 19:50
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Der europäische Flugtechnikkonzern klagt gegen die Veröffentlichung von Firmenpapieren, die Aufschluss über die Liefer-Schwierigkeiten beim A380 gaben

Amsterdam/Paris - Der europäische Flugtechnikkonzern EADS geht jetzt juristisch gegen die Veröffentlichung interner Firmenprotokolle über die Produktionsprobleme beim Airbus A380 vor. Der Konzern reichte in Paris Klage wegen Diebstahls, Hehlerei und unerlaubter Veröffentlichung vertraulicher Daten ein. Außerdem sei eine interne Untersuchung eingeleitet worden, teilte EADS am Donnerstag in Amsterdam mit.

Die Pariser Zeitung "Le Monde" hatte mit Zitaten aus dem Protokoll einer Sitzung der EADS-Top-Manager vom 12. Mai in Amsterdam zu belegen versucht, dass bei der Einschätzung der Probleme beim Airbus A380 eher ein Graben zwischen Deutschen und Franzosen als zwischen EADS und der Tochterfirma Airbus aufgebrochen sei. Danach sollen die Franzosen nach Verzögerungen beim A380 und nach den Auswirkungen auf die Gewinnprognosen gefragt haben, während die Deutschen das Problem eher relativiert hätten. Die deutschen und französischen Großaktionäre des Konzerns sprechen derzeit über Konsequenzen des Airbus-Problems für die deutsch-französische Konzern-Doppelspitze, die Konzernstruktur und das Produktionsverfahren.

Nebenkläger

Die Co-Chefs Thomas Enders und Noël Forgeard träten bei der Klage gegen unbekannt als Nebenkläger auf, teilte EADS mit. Der Konzern sei "schockiert" darüber, dass ein vertrauliches Dokument in der Presse auftauche. Das Papier scheine "mit der Absicht benutzt worden zu sein, angebliche deutsch-französische Spannungen zu denunzieren, die es nicht gibt und die das besagte Dokument in keiner Weise offenbart". EADS halte sich weitere juristische Schritte vor. (APA/dpa)

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