Grüne: Wirtschafts- soll an Frauenförderung gekoppelt werden

29. Juni 2006, 12:10
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Weinzinger attestiert Regierung in Sachen Gleichbehandlung "zu wenig und teilweise gescheiterte" Bemühungen

Wien - Das Grüne Modell zur Bindung der Wirtschaftsförderung an eine "Gleichbehandlungsbilanz" stand am Donnerstag im Mittelpunkt eines Round Tables, der auf Einladung der Grünen im Parlament stattfand. Das Konzept, das Frauensprecherin Brigid Weinzinger bereits vor einigen Monaten vorgestellt hat und das derzeit in einigen Betrieben in einer Testphase erprobt wird, sieht eine Verknüpfung von Wirtschafts- und Frauenförderung vor. Ziel ist es, die Frauenerwerbsquote zu erhöhen.

"Wir setzen uns für Gleichbehandlung am Arbeitsmarkt und ein Schließen der Einkommensschere ein", so Weinzinger bei ihrem Eröffnungsreferat. Die bisherigen Bemühungen der Regierung in dieser Causa erklärte sie für "zu wenig, zu wenig weit reichend und teilweise gescheitert".

Zugangskriterien zur Wirtschaftsförderung

Dem Vorschlag der Grünen zu folge sollen Betriebe, die um eine Wirtschaftsförderung ansuchen, einer Prüfung unterzogen werden, nach der die so genannten Gleichbehandlungsbilanz erstellt wird. Unter anderem sollen dabei der Frauenanteil mit jenem in der Branche verglichen, die Repräsentation von Frauen in den Hierarchiebenen, die Einkommensgerechtigkeit sowie die Entwicklung über einen Drei-Jahres-Zeitraum bewertet werden. Die Ergebnisse dieser "Gleichbehandlungsbilanz" sollen als Zugangskriterien zur Wirtschaftsförderung dienen.

Derzeit wird das Modell in einigen Betrieben auf seine Praxistauglichkeit erprobt. Beim Round Table im Parlament ging es darum, Meinungen und Expertisen von InteressensvertreterInnen aus u.a. Wirtschaftskammer, Gewerkschaft, Industriellenvereinigung und Arbeiterkammer einzuholen. Anwesend waren 20 Frauen und ein Mann. (APA)

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