Scheidungsrate auf neuem Rekordwert

19. Juli 2006, 13:52
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Im Jahr 2005 Höchstmarke von 46,4 Prozent erreicht: ÖsterreicherInnen trennen sich zu 88,5 Prozent im Einvernehmen

Wien - Die Scheidungsrate in Österreich hat laut Statistik Austria im vergangenen Jahr die neue Höchstmarke von 46,4 Prozent erreicht (2004: 46,1 Prozent). In Wien lag der Wert sogar bei 63,3 Prozent, Tirol hat mit 33,7 Prozent die niedrigste Rate. 14.740 Minderjährige wurden 2005 zu "Scheidungswaisen". Die mittlere Dauer der im vergangenen Jahr geschiedenen Ehen war mit 9,2 Jahren kürzer als 2004 (9,5 Jahre).

Am Scheideweg mit etwa 40 Jahren

Insgesamt bestanden damit fast die Hälfte aller geschiedenen Ehen (47 Prozent) zehn Jahre oder länger, hieß es in einer Aussendung vom Donnerstag. Jede zehnte Trennung erfolgt nach der Silbernen Hochzeit (25 Jahre). Der Anteil der Scheidungen innerhalb des ersten Ehejahres betrug 1,9 Prozent. 8,2 Prozent der eigentlich für das Leben geschlossenen Partnerschaften dauerten weniger als zwei Jahre. Etwa ein Drittel der Geschiedenen war weniger als fünf Jahre verheiratet. 2005 gab es sogar neun Paare, die erst nach der Goldenen Hochzeit (50 Jahre) auseinander gingen.

Das durchschnittliche Scheidungsalter der Männer war 41,5 Jahre, das der Frauen 38,9 Jahre. Es lag damit jeweils um etwa drei Jahre über dem noch vor zehn Jahren verzeichneten Wert (Scheidungsalter 1995: Mann 38,8; Frau 36,1 Jahre). Wie die Statistik Austria weiter mitteilte, erfolgten im vergangenen Jahr 88,5 Prozent (2004: 89,1 Prozent) aller Ehe-Trennungen im Einvernehmen.

Wien an der Spitze

Die Gesamtscheidungsrate war auch 2005 in Wien mit 63,3 Prozent am höchsten und damit deutlich höher als im Durchschnitt. In allen anderen Bundesländern lag die Rate unter dem Österreichwert. Die Rangfolge lautet dabei Niederösterreich mit 45,6 Prozent, Vorarlberg (42,8 Prozent), Burgenland (42 Prozent), Steiermark (41,7 Prozent), Salzburg (40,4 Prozent), Oberösterreich (38,6 Prozent), Kärnten (37,5 Prozent) und Tirol (33,7 Prozent).

Keine Kinder

Insgesamt 41,3 Prozent aller geschiedenen Ehen (8.031 Fälle) blieben kinderlos. Aus 4.780 Ehen war je ein Kind hervorgegangen, 4.998 hatten zwei und 1.644 drei oder mehr Kinder. Die Scheidungen des Jahres 2005 betrafen 14.740 Minderjährige (unter 18 Jahre). Von diesen waren 1.313 zur Zeit der Scheidung der Eltern noch nicht drei Jahre alt, 2.496 im Kindergarten- und 3.776 im Volksschulalter sowie 3.705 zehn bis unter 14 Jahre alt. Zu den Jugendlichen von 14 bis unter 18 Jahren zählten 3.450 "Scheidungswaisen". 5.142 Kinder waren volljährig, als sich die Eltern trennten. Im Durchschnitt hatten die Ex-Ehepaare 1,04 Kinder bzw. 0,58 Kinder im Alter von unter 14 Jahren. (APA)

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    Die Gesamtscheidungsrate war auch 2005 in Wien mit 63,3 Prozent am höchsten.
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