BA-CA: Industrie steuert auf Wachstumshöhepunkt zu

7. Juli 2006, 11:12
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Inlandsnachfrage wächst, Auslandsnachfrage bleibt stark - Industrie könnte 2006 Beschäftigungsplus erzielen

Wien - "Offensichtlich hat die österreichische Industrie den Höhepunkt ihres Wachstums noch nicht erreicht" - dieses Resümee zieht die Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Marianne Kager, aus dem BA-CA EinkaufsManagerIndex (EMI) im Juni, der nach dem leichten Rückgang im Vormonat nun von 56,7 auf 58,0 wieder deutlich zugelegt hat. Indexwerte über 50 zeigen Wachstum gegenüber dem Vormonat an.

Auftragslage mit Rekordwert

Besonders die stärker werdende Inlandsnachfrage macht sich zunehmend bemerkbar. Beim Export ging das Tempo der eingehenden Aufträge erneut leicht zurück, bleibt jedoch weiterhin sehr dynamisch. "Trotz etwas nachlassender Dynamik der Auslandsmärkte erreicht die gesamte Auftragslage fast wieder den Rekordwert vom April", sagt Stefan Bruckbauer von der BA-CA.

Auf Grund einer weiter steigenden Industrieproduktion wurden auch die Kapazitäten wieder erweitert: Die befragten Einkaufsmanager gaben an, die Beschäftigung ausgeweitet zu haben. Der Teilindex stieg hier von 51,8 auf 53,7 und erreichte damit einen Wert wie im Jahr 2000, als die Industriebeschäftigung bis zum Jahresende immerhin fast um 1 Prozent wuchs. "Unsere Umfrage lässt erwarten, dass Österreichs Industrie heuer zu Jahresende erstmals seit 2000 wieder ein Beschäftigungsplus melden kann", so Kager. Insgesamt wird für Österreich heuer ein Beschäftigungszuwachs um 1,2 Prozent erwartet, die Arbeitslosenquote dürfte nach nationaler Definition heuer auf 6,9 Prozent sinken (2005: 7,2 Prozent).

Steigende Einkaufspreise

Die Einkaufsmanager melden auch stark steigende Einkaufspreise. Der Indikator stieg hier erneut von 67,7 auf sehr hohe 70,1. Die Verkaufspreise steigen zwar ebenfalls weiterhin, allerdings deutlich weniger stark als die Einkaufspreise. Trotzdem bestätigen die Preise die insgesamt sehr dynamische Industriekonjunktur. Dies wird auch durch die erneut gestiegene Einkaufsmenge - der Indikator stieg von 57,5 auf 59,0 - bestätigt. "Wir rechnen nach rund 5 Prozent Wachstum im Frühjahr damit, dass das Industriewachstum im Sommer fast 7 Prozent erreichen könnte", schätzt Bruckbauer.

Damit ist für Österreich ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent für 2006 sehr gut abgesichert. Die erwartete Verlagerung des Wachstums von der ausländischen zur inländischen Nachfrage findet nach Meinung der Ökonomen der BA-CA jetzt ihre Bestätigung. Der Private Konsum dürfte heuer um 2 Prozent wachsen, die Investitionen um 3,1 Prozent. Die Teuerung wird sich nach Einschätzung der BA-CA-Experten heuer auf 1,6 Prozent verlangsamen (2005: 2,3 Prozent), das Budgetdefizit wird voraussichtlich auf 1,8 Prozent des BIP steigen (2005: 1,5 Prozent). (APA)

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