Hochgeschwindigkeitszug Lyon-Turin kommt

4. Juli 2006, 23:10
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Bauprojekt wurde auf italienischer Seite gestoppt, nachdem die Bevölkerung der Val di Susa dagegen demonstriert hat

Paris - Frankreich und Italien haben sich darauf geeinigt, gemeinsam Finanzierungsbeiträge bei der Europäischen Union zur Errichtung der Hochgeschwindigkeitsbahn TGV zwischen Lyon und Turin zu beantragen. Dies erklärte der französische Verkehrsminister Dominique Perben (UMP) am Mittwoch. "Wir haben uns abgesprochen, um unsere Anträge zu koordinieren. Was Frankreich anlangt, so beläuft sich den Antrag für den grenzüberschreitenden Tunnel auf 300 Mio. Euro", sagte Perben.

Der Verkehrsminister betonte weiter, dass der italienische Ministerpräsident Romano Prodi gegenüber dem französischen Premier Dominique de Villepin (UMP) versichert habe, "dass Italien effektiv in Richtung dieses großen Projekts geht". Der italienische Infrastrukturminister Antonio Di Pietro sicherte ebenfalls am Mittwoch zu, dass Italien den für die EU vorrangigen Projekten einen "Aufschwung" geben und die Hochgeschwindigkeitslinie Turin-Lyon fertig stellen werde.

Das Bauprojekt wurde auf italienischer Seite gestoppt, nachdem sich im vergangenen Herbst und Winter die Bevölkerung der Val di Susa dagegen aufgelehnt und intensiv dagegen demonstriert hatte. Die neue Linie, deren Fertigstellung nicht vor 2020 geplant ist, soll 12,5 Mrd. Euro kosten. Davon entfallen 6,7 Mrd. Euro auf die Errichtung des Tunnels von Sain-Jean-de-Maurienne in Frankreich nach Val di Susa in Italien. Das Projekt wird im Mittelpunkt der französisch-italienischen Regierungskonferenz stehen, die am 4. Juli in Lyon auf dem Programm steht.

Die Europäische Union sieht in ihrem Budget von 2007 bis 2013 insgesamt 8 Mrd. Euro für die Finanzierung grenzüberschreitender Verkehrsprojekte auf der Straße, der Schiene, den Flüssen und dem Meer vor. Die EU-Kommission hatte sich dagegen Finanzmittel im Ausmaß von 20 Mrd. Euro gewünscht.(APA)

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