Microsoft-Support droht mit Abschaltung von Windows

3. Juli 2006, 12:13
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Echtheitsüberprüfung WGA sorgt weiterhin für Aufregung - Könnte verpflichtend werden und als "Kill Switch" dienen

Microsofts Windows Genuine Advantage Programm (WGA) hat bereits für einige Aufregung gesorgt, mit dem jüngsten Update der Echtheitsprüfung hat der Konzern aber zumindest teilweise auf die häufig geäußerte Kritik reagiert (der WebStandard berichtete).

Nicht lizenzierte Windows-Kopien deaktivieren

Für einen Aufschrei in der IT-Welt sorgen nun die Spekulationen des ZDNet Autors Ed Bott. Dieser geht davon aus, dass Microsoft mit Hilfe des WGA-Programms einen so genannten "Kill Switch" installieren will. Damit soll das Unternehmen laut Bott die Möglichkeit besitzen, nicht lizenzierte Windows-Kopien zu deaktivieren.

Warnung

Bott bezieht sich mit seinen Spekulationen auf eine Auskunft, die eine Microsoft-Support Mitarbeiter gegeben haben soll. Demnach soll das WGA Programm schon im kommenden Herbst verpflichtend werden. Wird es nicht installiert, soll Windows eine Warnung ausgeben, nach 30 Tagen hört das Betriebssystem dann auf zu funktionieren.

Kein Dementi

Um diese Aussagen zu überprüfen, wandte sich der ZDNet Autor an einen Microsoft-Sprecher, erhielt aber keine deutliche Absage: "Wenn das WGA Notifications Programm in Zukunft ausgeweitet wird, könnten wie bereits erwähnt Kunden dazu verpflichtet werden, daran teilzunehmen. Microsoft sammelt Feedback in ausgewählten Märkten, um zu lernen, wie das Unternehmen am besten die Wünsche der Kunden erfüllen kann und Microsoft wird die Kunden über alle Änderungen im Programm informieren".

Da es sich bei dieser Auskunft um kein klares Dementi handelt, wertet sie der Autor als Beweis für seine Spekulationen: "Das ist eine erschreckende Möglichkeit und Microsoft schlägt eine einfache Gelegenheit aus, diese Möglichkeit in ihren Plänen zu verneinen".

Microsoft Österreich

Bei Microsoft Österreich war man aber um Beruhigung bemüht. "Uns sind keine Überlegungen in dieser Richtung bekannt", meinte Produktmanager Robert Lampl auf Anfrage von pressetext.

"Sicherheits-Updates ausgenommen

Nicht in Abrede gestellt wurde allerdings, dass die Echtheitsüberprüfung zukünftig an Bedeutung gewinnen wird und Software-Updates und -Erweiterungen nur mehr authentifizierten Windows-Versionen vorbehalten sein werden. "Sicherheits-Updates jeglicher Art sind von dieser Maßnahme ausgenommen. Auch bleibt es jedem Benutzer weiterhin selbst überlassen, der Installation von WGA zuzustimmen", meint Lampl. Einer offiziellen Microsoft-Aussendung zufolge wurde die Testphase des Programms bereits beendet. Anwender, welche die Auto-Update-Funktion aktiviert haben, dürfen daher in den nächsten Tagen mit einem Installationsangebot rechnen.

"Bezüglich WGA gab es bei unserer allgemeinen Support-Hotline bisher nur wenige Rückmeldungen im negativen Sinn", kann Lampl Berichte von Kundenproblemen mit ungerechtfertigten Lizenzproblemen nicht bestätigen.(red/pte)

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