Deutscher Minister fordert EU-Großwildmanagement

21. Juli 2006, 16:13
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Umweltminister will besseren Schutz von Wild- und Raubtieren

Hamburg - Nach dem Abschuss von Braunbär "Bruno" in Bayern hat der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel einen europaweit einheitlichen Schutz von Wild- und Raubtieren gefordert. "Auch diese Tiere haben ein Recht zu leben, nicht nur im Zoo, sondern in ihrer natürlichen Umgebung", sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe).

"Wir können ja nicht den Afrikanern erzählen, sie sollen Elefanten und Löwen am Leben lassen und dann die ersten Wölfe und Bären, die bei uns heimisch werden wollen, gleich vertreiben oder erschießen." Stattdessen solle sich die deutsche Regierung mit den Bundesländern und anderen EU-Staaten auf eine Art "internationales Großwildmanagement" einigen, das den Umgang mit Raub- und Wildtieren in Zukunft regeln solle.

Zum Vorgehen der bayerischen Landesregierung im Fall "Bruno" sagte Gabriel, er habe zwar Verständnis für die Entscheidung seines CSU-Kollegen Werner Schnappauf, den Bären zum Schutz von Menschen töten zu lassen. Er frage sich jedoch, "ob es nicht auch möglich gewesen wäre, Bruno zu betäuben oder mit Hartgummigeschossen zu vergrämen statt ihn zu erschießen". Er gehen davon aus, dass die bayerische Staatsregierung ihre Entscheidung gut begründen könne. (APA)

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