Heuschrecke sammelt weiter Zeitungen

14. Juli 2006, 12:01
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Montgomery kauft Orkla-Medien - Deutsche Netzeitung nicht betroffen - Weitere Zukäufe geplant

Der britische Finanzinvestor David Montgomery ist seinem Ziel, einen führenden europäischen Medienkonzern zu formen, einen Schritt näher gekommen.

Der norwegische Mischkonzern Orkla will sein Mediengeschäft in sieben Ländern an Montgomerys Investmentfirma Mecom verkaufen. Im Gegenzug beteiligt sich die norwegische Gruppe unter anderem mit zehn bis 20 Prozent an Mecom. Die deutsche Netzeitung verkauft Orkla nicht mit.

Finanzmarktkreise bezifferten die Transaktion auf rund 875 Millionen Euro. Das Orkla-Mediengeschäft hat 2005 bei einem Umsatz von 1,25 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 61 Millionen Euro erwirtschaftet.

Das Imperium von Orkla, der fünftgrößten skandinavischen Mediengruppe, umfasst Zeitungen und Zeitschriften sowie Radio- und Fernsehstationen und Internetplattformen in sieben europäischen Ländern. In Dänemark gehören Orkla die drei größten Zeitungen, darunter "Berlingske Tidende", in Polen die Zeitung "Rzeczpospolita".

Zukäufe geplant

Der frühere Chef des britischen "Daily Mirror" hat sich auf die Restrukturierung von Medienunternehmen spezialisiert. Im Vorjahr sorge er im deutschen Medienmarkt für Aufsehen: Die Redaktionen des Berliner Verlags wehrten sich mit Händen und Füßen, aber erfolglos gegen die Übernahme durch die britische "Heuschrecke" Montgomery. Zu "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" kam wenig später die "Hamburger Morgenpost".

Montgomery hat angekündigt, weitere deutsche Verlage zu kaufen. Auch über Zukäufe in Österreich dachte er vor ein paar Monaten laut, aber völlig unkonkret nach. (fid, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 30.6.2006)

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    Aktionistischer Widerstand im "Kurier" half dem Berliner Verlag gegen Käufer Montgomery nicht.

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