Ausschreitungen bei Studentenprotesten in Wiesbaden

4. Juli 2006, 12:18
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21 Festnahmen - Polizei verhinderte Autobahnblockade

Wiesbaden - Nach einer friedlichen Großdemonstration gegen Studiengebühren ist es am Mittwochabend in Wiesbaden zu Ausschreitungen gekommen. Bis zum späten Abend wurden insgesamt 21 Personen wegen Sachbeschädigungen vorübergehend festgenommen. Unter anderem setzten die Studenten Sperrmüll in Brand und versuchten einen Bauwagen anzuzünden, wie die Polizei mitteilte.

Eine Polizistin wurde durch den Fußtritt eines Demonstranten leicht am Bein verletzt. Ein Teilnehmer der Protestaktion wurde laut Augenzeugen von einem Polizeifahrzeug angefahren. Laut Polizei behinderte eine Gruppe von zunächst knapp 1.000 Studenten mit Straßenblockaden den Verkehr. Die Studierenden zogen in mehreren Gruppen durch die Innenstadt, sperrten immer wieder Kreuzungen und lieferten sich Rangeleien mit Beamten. Eine Blockade der Autobahn Frankfurt-Wiesbaden wurde von einem Großaufgebot der Polizei verhindert. Die Studenten zogen auch zur Bannmeile um den hessischen Landtag und zur Staatskanzlei des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Nach Polizeiangaben widersetzten sich die Studenten mehrmals Platzverweisen.

Am Nachmittag hatten Wiesbaden laut Polizei bis zu 8.000 Menschen friedlich gegen Studiengebühren demonstriert. Die Veranstalter berichteten von 10.000 Teilnehmern. In Hamburg gab es eine ähnliche Kundgebung mit nach Veranstalterangaben 4.000 Teilnehmern. Dabei wurde ein Demonstrant verletzt, als er von Einsatzkräften mit einem Knüppel geschlagen wurde.

Die Studenten protestieren gegen die von den Landesregierungen geplante Einführung von Studiengebühren. Am 6. Juli soll es in Frankfurt am Main eine weiterte Großkundgebung geben. (APA/AP)

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