Homemade Hummer

5. Juli 2006, 19:36
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Wer es nicht verkraftet, das Tier im kochenden Salzwasser ins Jenseits zu befördern: Mit dem "Crusta-Stun" wird es vorher narkotisiert

Von fehlenden Hummerzangen und -Gabeln sollte man die Entscheidung, Hummer zu Hause zuzubereiten, nicht abhängig machen: Mit einem Hammer und etwas Gefühl werden die Scheren des edlen Wirbellosen nicht ganz so elegant, aber ebenso effektiv ihres Panzers beraubt. Heikler ist die Frage, ob man's überhaupt verkraftet, das Tier in reichlich kochendes Salzwasser gleiten zu lassen - laut Tierschutzgesetz die einzig erlaubte Methode, Hummer ins Jenseits zu befördern. Tierschützer berufen sich aber auf neue Erkenntnisse, wonach Krustentiere durchaus ähnliches Schmerzempfinden wie Wirbeltiere haben - diese Art der Zubereitung wäre demnach alles andere als human. Sie verweisen auf ein Gerät, das die britische Firma Studham Tec. soeben entwickelt hat.

Der "Crusta-Stun" betäubt die Tiere mittels kräftigen Elektroschocks, sodass sie zwar lebend - für den Geschmack wichtig - aber narkotisiert in den Kochtopf gelangen. Im Hausgebrauch wird sich der "Crusta-Stun" freilich kaum rechnen, Restaurants mit entsprechendem Hummer- und Krabbendurchsatz würde das Gerät freilich gut anstehen - und womöglich sogar Tierschützer überzeugen, von der festfleischigen Delikatesse zu kosten.
(corti/Der Standard/rondo/30/06/2006)

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