Haniyeh: Israel verschärft Geiselkrise

28. Juni 2006, 19:56
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Erster öffentlicher Kommentar des Regierungschefs zu Entführung - UN-Sicherheitsrat eingeschaltet

Gaza - Der Chef der Hamas-geführten Regierung in den Palästinensergebieten hat Israel nach dem Einmarsch in den Gazastreifen eine Verschärfung der Geiselkrise vorgeworfen. Israel müsse die militärische Eskalation sofort stoppen, damit sich die Situation nicht noch weiter zuspitze, sagte Ismail Haniyeh am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Er hoffe, dass das Geiselproblem in einer angemessenen Art und Weise geregelt werde, fügte er mit Blick auf den am Wochenende unter anderem von Hamas-Extremisten entführten israelischen Soldaten hinzu. Es war der erste öffentliche Kommentar Haniyhes zu der Entführung.

UNO eingeschaltet

Israel startete am Mittwoch seine erste Bodenoffensive im Gazastreifen, seit es sich im vergangenen September offiziell von dem Gebiet zurückgezogen hatte. Zur Begründung hieß es, so solle der Druck auf die Palästinenser erhöht werden, den Soldaten freizulassen. Er wird im südlichen Gazastreifen vermutet.

Haniyeh schaltete nach eigenen Angaben inzwischen den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein. Auch die Arabische Liga habe er gebeten, schnellstmöglich ein Treffen anzusetzen, um über die Lage zu beraten. Die Europäische Union mahnte die Konfliktparteien derweil zur Mäßigung. Dagegen bekräftigten die USA Israels Recht auf Selbstverteidigung. (APA/Reuters)

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