Kammer will fünf Millionen Minus wegbringen

27. Juli 2006, 14:20
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Freiwillige Zusammenlegung von Fachgruppen, neuer Branchenkatalog bis 2008

Wien - Die Wirtschaftskammer will bis Juni 2008 die Zahl der Fachorganisationen auf Bundesebene um ein Drittel von 128 auf 80 reduzieren, sagte Präsident Christoph Leitl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Inklusive der Länder gibt es gar 1164 Fachgruppen und -verbände. 40 Prozent davon produzieren jährlich einen einen Verlust von fünf Millionen Euro. Durch die freiwillige Zusammenführung wirtschaftlich verwandter Berufsgruppen soll dieses Minus weggebracht werden. Die Gespräche für den neuen Branchenkatalog beginnen im Herbst.

Die Kriterien für die Zusammenlegung sind im wesentlichen eine bundesweite Mitgliederzahl von 1500 und ein Aufkommen an Grundumlagen von mindestens 400.000 Euro jährlich.

Ziel müsse es sein, dass künftig mehr Aktivbudget zur Verfügung steht und weniger zur Administration aufgeht, sagte Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser. "Wenn 80 Prozent der Einnahmen für Verwaltungsaufgaben ausgegeben werden, kann man nicht mehr viel bewegen", so Hochhauser. Wie viel der insgesamt rund 10.000 Funktionärsjobs durch die Reform wegfallen werden, wurde nicht gesagt.

Bis 2015 will die Kammer in Österreich wieder Vollbeschäftigung erreichen. Die Arbeitslosenquote soll bis dann von derzeit 5,2 auf drei Prozent gesenkt werden. Dies soll durch Förderung von Innovationen und Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung erreicht werden. Wifo-Chef Karl Aiginger sagte vor dem Wirtschaftsparlament der Kammer, dass künftig intelligente Formen der Arbeitszeitverkürzung wie Sabbaticals und freiwillige, vorübergehende Unterbrechungen der Lebenskarriere vorteilhaft sind. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.6.2006)

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