Schweiß-Devotionalien - Marktführer in Deutschland - Beste Möbelauktion der Galerie Koller

29. Juni 2006, 11:46
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London/Köln/Zürich - Auktionen bleiben derzeit spannender als so mancher vor dem Fernseher verbrachter Fußballnachmittag. Sogar und gerade dann, wenn das Angebot vom Fach ist. Am 27. Juni gelangten bei Christie's South Kensington 316 Positionen der Sparte "Traditional Sports and World Cup Memorabilia" zur Versteigerung. Von den 188 tatsächlichen Besitzerwechseln zählte ein Cricket-Jubiläumsband aus dem Jahr 1897 mit 100.642 Euro zu den teuersten. Stolze 55.526 Euro bezahlte Steve Gilbert, ein fanatischer Sammler von Fußballspezifischen Devotionalien für George Cohens während des WM Finales 1966 getragenen Trikots. Sehr zur Freude der Nachkommenschaft von Lothar Emmerich, der mit dem damaligen Leiberltausch nun posthum für Geldsegen sorgte.

Marktführer in Deutschland

Bereits in der ersten Saisonhälfte 2006 darf sich Lempertz schon jetzt über das beste Jahresergebnis in der Geschichte des 1845 in Köln gegründeten Auktionshauses freuen. Seit Anfang dieses Jahres hat man in Auktionen rund 29 Millionen Euro umgesetzt (Jahresergebnis 2005: 30 Millionen) und die Marktführerschaft in Deutschland unter Beweis gestellt. Zuletzt gelangten am 6. Juni die Kategorien Zeitgenössische und Moderne Kunst unter den Hammer. Zu den Top-Ergebnissen gehören etwa die für Josef Albers Hommage to the Squares Stele and Patina erzielten 354.000 Euro - die Mindesterwartung war hier bei 90.000 Euro gelegen. Im 380 Lose umfassenden Moderne-Angebot lauerte eine Arbeit von Emil Nolde auf den Rekordzuschlag der deutschen Frühjahrssaison. Das auf 0,8-0,9 Millionen geschätzte Gemälde Marschhof aus dem Jahr 1947 stieg bis auf stolze 1,4 Millionen Euro.

Beste Möbelauktion der Galerie Koller

Pierre Kollers Kenntnis und Leidenschaft für hochwertige alte Möbel im Verbund mit dem Engagement seines Experten Luca Raschèr haben der Galerie Koller einen neuerlichen Höhenflug beschert. Die am 22. Juni in Zürich verteilte Tischlerkunst mauserte sich zu einer der erfolgreichsten Möbel-Auktionen in der Firmengeschichte. Das hochkarätige Angebot erzielte mit 5,1 Millionen CHF (3,26 Millionen Euro) mehr als 90 Prozent der Erwartungen. Zu den beeindruckenden Zuschlägen zählte jener für den Prunk-Mitteltisch aus der Restaurations-Epoche. Das "L.A. Bellange" signierte und in Paris um 1835/40 ausgeführte Möbel wechselte für 950.000 CHF und damit rund 608.000 Euro in amerikanischen Privatbesitz. (kron/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.6.2006)

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