Rice: "Wir fordern auch Israel zur Zurückhaltung auf"

1. Juli 2006, 14:14
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G-8-Appell an Israelis und Palästinenser - US-Präsidentensprecher Snow: Israel habe "Recht auf Selbstverteidigung"

Moskau - In dem eskalierenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat US-Außenministerin Condoleezza Rice alle Seiten zu Besonnenheit aufgerufen. Die jüngste Krise unterstreiche die Notwendigkeit, dass alle Parteien der Palästinenser in einer Koalition gegen den Terror kooperierten, betonte Rice am Donnerstag in Moskau nach Gesprächen mit ihren Kollegen aus den G-8-Staaten. "Wir fordern auch Israel zur Zurückhaltung auf", sagte die US-Außenministerin.

G-8-Appell an Israelis und Palästinenser

Die Außenminister der sieben führenden Industriemächte und Russlands (G-8) richteten einen gemeinsamen Appell an Israelis und Palästinenser, "alles zu tun, um die Lage zu beruhigen", wie der russische Außenminister Sergej Lawrow anschließend mitteilte. Zweck ihres Treffens war die Vorbereitung des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der G-8 Mitte Juli in St. Petersburg. Die Europäische Union entsendet ihren Nahost-Sonderbeauftragten Marc Otte in die Krisenregion.

Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy hat in Moskau die Festnahme demokratisch gewählter palästinensischer Regierungs- und Parlamentsmitglieder durch Israel verurteilt. "Wir verurteilen alle Festnahmen von politischem Personal", erklärte Douste-Blazy, es gebe keine Konfliktlösung außerhalb des politischen Prozesses.

Israel hat "Recht auf Selbstverteidigung"

Die US-Regierung hatte zuvor das Recht Israels auf Selbstverteidigung hervorgehoben. "Die Vereinigten Staaten drängen (aber) darauf sicherzustellen, dass Zivilisten nicht verletzt werden", sagte am Mittwoch der Sprecher des Präsidialamtes in Washington, Tony Snow. Er forderte die in den Palästinenser-Gebieten regierende Hamas auf, den von Extremisten am Sonntag entführten israelischen Soldaten freizulassen.

Wenige Stunden zuvor waren israelische Panzer und Infanterieeinheiten in den Gazastreifen eingerückt. Nach Angaben der israelischen Regierung sollten sie die Geisel suchen. Ministerpräsident Ehud Olmert drohte den Palästinensern mit "extremen Schritten". Es ist die erste Bodenoffensive, seit Israel vor fast einem Jahr seine Truppen und Siedler aus dem Küstenstreifen abgezogen hat. Das Gebiet war 38 Jahre von Israel besetzt. (APA/dpa)

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    US-Außenministerin Condoleezza Rice.

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